Wallfahrt
28. April 2008 - 14:30
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27. April 2008 - 14:17
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14. February 2008 - 17:35

Warum hat mir niemand etwas gesagt?
Gestern war in Teheran Marjane Satrapis Oscar nominierter Film Persepolis zu sehen. Nicht in einem regulären Kino, sondern in einem der kleineren Kulturzentren, und auch nicht in der Originalfassung, sondern einige als zu „anzüglich“ (??) angesehenen Szenen wurden herausgeschnitten.
Wer hätte das gedacht?
Noch bevor der Film beim Filmfestival in Cannes das erste Mal zu sehen war, hatte die iranische Botschaft in Paris schon gegen die Aufführung protestiert und ich meine mich daran erinnern zu könne, dass Präsident Ahmadinejad höchstpersönlich den Film als „anti-iranisch“ gescholten hat.
Mit der gestrigen Vorführung habe man den Interessierten die Möglichkeit geben wollen, sich selbst ein Urteil über den Film zu bilden, sagte ein Sprecher des Kulturzentrums. Eine listige Begründung.
Diejenigen, die Persepolis sehen wollen, werden dies wahrscheinlich schon getan haben, denn eine Kopie auf DVD ist für knapp 2 Euro ohne viel Schwierigkeiten im Iran zu kaufen. Illegal natürlich.
Aber bemerkenswert ist es schon, dass ein Kulturzentrum, das aus städtischen Mitteln finanziert wird, den offiziellen Bann gegen den Film durchbricht.
Trotz allem gibt es doch immer wieder einige, die nicht aufgeben.
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- 09:29
Eine kleine Geschichte über Claus Peymanns Erlebnisse in Teheran auf der Seite 3 der Berliner Zeitung.
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29. November 2007 - 15:00
Einer dieser Anrufe am frühen Morgen, die einem das Weiterschlafen verderben können.
Fardin muss noch im Morgengrauen zur iranischen Botschaft in Kabul gegangen sein, um dort sein Visum abzuholen. Wir haben ihn zu einer Ausstellung seiner Photos im Künstlerhaus in Teheran eingeladen. Die Ausstellung soll am Samstag um 17 Uhr eröffnen. Morgen ist Freitag = die iranische Botschaft in Kabul wird geschlossen sein. Heute ist die letzte Chance, dass Fardin sein Visum bekommt.
Es muss schon rund sechs Wochen her sein, als Golrokh und ich bei der afghanischen Botschaft in Teheran mit der Bitte um Unterstützung vorstellig wurden. Freundlicher Empfang, freundliche Worte und irgendwie auch eine Zusage. Aber der Einfluss eines stellvertretenden Kulturattaches, auch wenn sie in Teheran studiert hat und einen durchsetzungsfähigen Eindruck macht, ist begrenzt. Zum einen sehen die Vorschriften des eigenen Hauses vor, dass sie eine Genehmigung aus Kabul benötigt, wenn sie einen Bleistift anspitzen will, und Antrag wie Genehmigung werden jeweils mit einem Express-Esel ausgetauscht. Zum anderen ist der Iran gerade im Begriff, so viele wie mögliche afghanische Flüchtinge aus dem Land zu werfen. Da schaut man sich natürlich sehr genau an, welchen Afghanen man noch ins Land lassen will.
Vor gut zwei Wochen lehnte die iranische Botschaft in Kabul Fardins Visumsantrag ab. Oder auch nicht. Zumindest sah es so aus. So ganz klar war es nicht. Klar war nur, dass Fardin kein Visum hatte.
Golrokh bemühte sich parallel darum, jemanden im iranischen Außenministerium hier in Teheran zu finden, der für Visa für Afghanen zuständig war. Letzte Woche dann die Erfolgsmeldung. Wenn wir nur noch drei, vier Schreiben beibringen, dann könnte Fardin innerhalb weniger Tage ein Visum bekommen. Großartig!
Und tatsächlich: am vergangenen Dienstag teilte uns das Außenministerium den entscheidenden Code mit. 721/2430. Dies ist die Nummer des Telex, mit dem der Antrag auf ein 10tägiges Visum genehmigt wurde. Einen Tag später, also gestern, sollte sich Fardin den Stempel im Pass abholen.
Fardin war gestern zwei oder dreimal in der iranischen Botschaft. Kein Telex. Kein Visum. Der Express-Esel war wohl noch unterwegs.
Und dann der Anruf heute am frühen Morgen. Auch heute weder Telex und (folgerichtig) kein Visum. „Martin, kannst du etwas tun?“
Soweit das übliche Klagelied über Bürokratie, die nach meiner Einschätzung im Mittleren Osten wenn nicht erfunden dann doch zumindest perfektioniert worden sein muss. Aber eine gute Geschichte (ich bemühe mich) hat meist eine überraschende Wende.
Gegen 10 Uhr 30 hatte Golrokh die geniale Idee, doch noch einmal im Außenministerium anzurufen, obwohl alle öffentlichen Ämter donnerstags eigentlich geschlossen haben. Sie erwischte jemanden, der wohl gestern aus Versehen eingeschlossen worden war, und diese gute Seele erklärte sich bereit, sich um die Sache zu kümmern. Er werde in Kabul anrufen und dem dortigen Konsularbeamten erklären, dass das Visum für Fardin genehmigt sei.
Hektische Telefonate. Nach Afghanistan konnte man nicht durchkommen (deshalb wohl der Express-Esel). Wo steckte Fardin? Er musste bis vor 12 Uhr, wenn die Botschaft schließen würde, bei der Konsularabteilung sein. Sonst war es vorbei. Fardin war nicht erreichen.
Gegen 13 Uhr 30 kam schliesslich eine Email aus Kabul. Fardin hat das Visum! Der Konsularbeamte in der Botschaft hat auch nach Schalterschluss noch auf den Anruf aus Teheran gewartet. Als der nicht kam, hat er selbst im Außenministerium angerufen.
Fardin hat ihm zum Dank zwei Photos von Ahmadinejad bei seinem Besuch in Kabul geschenkt. Vom Photographen handsigniert.
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