Schwieriger Alltag III

SpOn meldet heute die Verhaftung eines 61jährigen iranischen Geschäftsmannes, der nicht nur illegal Teile für das iranische Raketenprogramm nach Teheran liefert, sondern gleichzeitig auch noch für den BND arbeitete.
Aufregung in Geheimdienstkreisen: Eine Top-Quelle des Bundesnachrichtendienstes ist offenbar in illegale Rüstungsgeschäfte mit Iran verwickelt. Nach Informationen des SPIEGEL haben Zollfahnder den 61-Jährigen nun in Frankfurt am Main gefasst.
Nach aller Erfahrung dürfte wohl eher umgekehrt ein Schuh daraus werden: der Mann hat besagte Teile in den Iran geschmuggelt, ist erwischt und vom BND im Austausch für Straffreiheit gedrängt worden, mit dem Geheimdienst zusammen zu arbeiten.
Offensichtlich hatte sich aber niemand in der BND Zentrale darüber Gedanken gemacht, dass auch die Zollfahnder gelegentlich mal ein Korn finden und ihr Mann (Tarnname „Sindbad“) auffliegen könnte.
Sei es, wie es ist.
Hängen geblieben bin ich am Schlusssatz der Meldung.
Der BND fürchtet nun um das Leben seines Informanten, wenn dieser nach Verbüßung einer zu erwartenden Strafe aus der Haft entlassen würde.
Was ist damit gemeint? „Sindbad“ wird nach Verbüßung der Strafe an den Iran ausgeliefert und dort hingerichtet? Iranische Todeskommandos warten vor dem Gefängnistor?
Journalismus ist nicht immer sonderlich vergnüglich, aber Spionage muss bei einem solchen Auftraggeber wirklich ein lausiger Job sein.
Nachtrag 13. Oktober 2008: SpOn hat heute eine längere Geschichte zu “Sindbads Ende”.
gepostet am 11. October 2008 um 18:10 von unter Iran, Deutschland. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
Kommentare
Es ist kein Kommentar vorhanden. Kommentar hinzufügen!