Freund oder Feind II

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(Ein Horoskop des Staates Israel – hier zu finden.)

So ganz ist die Kontroverse, ob die israelische Bevölkerung nun Freund oder Feind des Irans ist, noch nicht ausgestanden.

Ahmadinejad wäre nicht Ahmadinejad, wenn er vor den Parlamentariern zurückgesteckt hätte. Die Majlis hatte am 14. August eine Erklärung verabschiedet, in der eine große Mehrheit der Abgeordneten die Entlassung von Vize-Präsident Esfandiar Rahim Mashai forderte. Mashai wiederum, der gleichzeitig für den Tourismus im Lande zuständig ist, hatte im Juli in einem Interview erklärt, „ich habe es schon zuvor gesagt, dass wir keine Feindschaft gegenüber dem israelischen Volk hegen, und sage dies immer noch voller Stolz.“ Dies wiederum hielten die Parlamentarier für einen „unverzeihlichen Fehler“. „Herr Mashai weiß offensichtlich nicht, dass diejenigen, die er Bevölkerung nennt, die selben sind, die die Häuser von Millionen von Palästinensern besetzen. Diese Menschen haben das illegitime zionistische Regime geschaffen“, heißt es in der Erklärung.

Die Angelegenheit riecht gewaltig nach einem Grabenkampf zwischen einer Parlamentsmehrheit, die Ahmadinejad einen Denkzettel verpassen möchte, und ist gleichzeitig eine Kontroverse um die Identität des Irans. Die Feindschaft gegenüber dem „zionistischen Gebilde“ Israel, das Ayatollah Khomeini einen „Kern des Bösen auf islamischem Land“ nannte, gehört zu den ideologischen Säulen des islamischen Republik. Die Frage, ob dies die Bevölkerung Israels mit einschließt, hat aber bislang niemand offen gestellt, und bislang galt mitgefangen, mitgehangen.

Eine Zeit lang verhielt sich Ahmadinejad still, aber auf einer Pressekonferenz heute schlug er zurück. Was sein Vize-Präsident gesagt habe, sei nichts anderes als die Position der iranischen Regierung. „Wir haben keine Probleme mit Völkern oder Nationen“, erläuterte er. „Natürlich erkennen die zionistische Regierung oder den zionistischen Staat nicht an, aber wir lehnen die Idee ab, dass all die Menschen, die dort leben, ins Meer geworfen oder verbrannt werden sollen. Wir treten dafür ein, dass alle Menschen, die dort leben, seien es Juden, Moslems oder Christen, in einer freien Abstimmung ihre Regierung bestimmen sollten“.

In der Tat ist dies die offizielle Regierungslinie spätestens seit der Regierung des Reformpräsidenten Chatami. Der Bebachter wundert sich: dies soll der selbe Mann sein, der den Holocaust, wie er noch einmal auf der selben Pressekonferenz betonte, für einen „Betrug“ hält und dennoch (wider aller Logik) forderte, die Juden aus Israel in die Länder zurück zu bringen, die für den Holocaust verantwortlich seien? Ist dies der selbe Ahmadinejad, der in der berühmte Rede auf dem Kongress „Eine Welt ohne Zionismus“ gedroht haben soll, Israel müsse „von der Landkarte gewischt werden“? Inzwischen ist unumstritten, dass er dies so nicht gesagt hat, sondern Ahmadinejad hat davon geredet, Israel müsse „aus den Seiten der Geschichte verschwinden“. Da dies immer noch bedrohlich genug klingt, hat er sich in den letzten Monaten um einige Klarstellung bemüht. So versicherte er, der Iran habe keinerlei Pläne, Israel zu attackieren. Dies sei auch gar nicht notwendig, denn der jüdische Staat werde von ganz alleine zusammenbrechen. Ahmadinejad in seinen eigenen Worten: „Das zionistische Regime ist ein künstliches Regime. Sie haben Menschen aus aller Welt gebracht und diesen Staat gebaut. Nein, das kann auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden.“

Vielleicht sollte bei Gelegenheit jemand mal dem iranischen Präsidenten erklären, dass vor einigen Jahrhunderten „Menschen aus aller Welt“ nach Nordamerika kamen und dort einen Staat gebaut haben. Er heißt USA und macht nicht den Eindruck, als stehe sein unmittelbarer Kollaps bevor.

Kommentare

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  1. von
    Hans-Peter Mueller
    am
    25. September 2008 um 06:19 Uhr

    >>…. USA [und] macht nicht den Eindruck, als stehe sein unmittelbarer Kollaps bevor.<<

    Schauen Sie sich den schwarzmalenden und seinen eigenen Landsleuten drohenden Bush heute Nacht an, dann waren Ahmadinejads Prophezeiungen und Tiraden vorgestern vor der UN Vollversammlung noch massvoll.

    http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/americas/7634859.stm

    Bei Larry King hat der Iranische Praesident leider seine Ansichten zum Holocaust wiederholt.

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