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Die NATO, so ist es heute in der NYT zu lesen, wird ab August einen neuen hochrangigen Mitarbeiter haben. Sein Name ist Michael Stopford und er ist kein Militär, sondern ein Fachmann in der Pflege von Unternehmensimages.

Jahre lang hat er dafür gesorgt, dass einer der führenden Marken dieser Welt, Coca Cola, in unbeschädigtem Glanz strahlen konnte. Dann wechselte er erst zur UN und danach zum britischen Außenministerium. Bei der NATO wird er den stolzen Titel eines Deputy Assistant Secretary General for Strategic Communication Services tragen. Stopfords Hauptaufgabe wird darin bestehen, das Image der NATO aufzupolieren.

Nun war NATO schon in der Vergangenheit nicht unbedingt ein Name, der kuscheliges Wohlbefinden auslöste, wenn man nicht in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Marschmusik hörte, während man die Schlacht von Stalingrad mit Zinnfiguren nachstellte. Aber während des Kalten Krieges konnte das Bündnis immerhin für sich in Anspruch nehmen, den Warschauer Pakt militärisch in Schach zu halten, weshalb man die NATO ja nicht gleich mögen musste, aber immerhin als ein notwendiges Übel respektieren konnte.

Dann brach die Sowjetunion zusammen und der Feind, gegen den eifrig gerüstet wurde, ging verloren. Die folgende Identitätskrise des Bündnisses ist bis heute nicht überwunden und das Ansehen sinkt.

Die NYT zitiert eine Meinungsumfrage.

NATO does not conduct regular opinion surveys, but an internal document on the alliance’s image cites some telling data from German Marshall Fund surveys. While the number of those who believe NATO remains essential for security increased in the United States by 4 percent from 2002 to 2007, it declined by 19 percent in Germany, 12 percent in Britain, 13 percent in Italy and 8 percent in Poland.

Keine Ahnung, warum ausgerechnet in den USA die Zahl derer, die glauben, die NATO sei für die Sicherheit unverzichtbar, zunimmt, aber das Versagen des Bündnisses in den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien sowie die alles andere als überzeugende Vorstellung in Afghanistan erklären den Trend.

Nun soll es Stopford richten.

Coca Cola ist zwar ein Beispiel dafür, dass es gelingen kann Menschen davon zu überzeugen, eine simple Brause sei ein Glückelixier, aber wenn der NATO nicht sehr bald eine Stabilisierung der Situation in Afghanistan gelingt, dann dürfte das Image des Bündnisses auch für einen Profi kaum noch zu reparieren sein.

Kommentare

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Kommentar hinzufügen!

  1. von
    desdemona
    am
    5. August 2008 um 18:41 Uhr

    Leider sind in diesem Text einige Unstimmigkeiten enthalten. Der sog. Profi Michael Stopford diente Coke nur die letzten zwei Jahre. Seit seinem Engagement für die UNO sind mehr als drei Jahrzehnte vergangen. Es verwundert immer wieder, dass Unternehmungen wie Exxon Mobil, Syngenta, Coke und letztendlich die NATO auf eine so fadenscheinige Figur wie Stopford hereinfällt. Schlussendlich ist es auch ausserordentlich bedenklich einen Psychopaten an dieser Stelle zu wissen, der eine unglaublich krankhafte Gewaltverherrlichung betreibt.

  2. von
    mebb
    am
    5. August 2008 um 21:21 Uhr

    @ desdemona: ich muss in aller Unschuld zugeben, dass mir der Herr Stopford bislang völlig unbekannt war. Mich interessierte eigentlich mehr, dass die NATO meint, sie habe es nötig, ihr Image auf diese Weise aufpolieren zu lassen.

    Sollte ich “Michael Stopford” mal googeln?

    M

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