Pippa Bacca

(c) Pippa Bacca

In der heutigen LAT schreibt Laura King über Pippa Bacca, eine italienische Performance Künstlerin, die am 31. März unweit von Istanbul ermordet wurde.

Bacca war gemeinsam mit ihrer Freundin Silvia Moro unterwegs von Mailand in den Nahen Osten. Die Reise war ein Kunstprojekt. Beide trugen weiße Hochzeitskleider und bewegten sich per Anhalter fort. Die Kleider sollten die Verbindung unterschiedlicher Kulturen und die Notwendigkeit gegenseitigen Vertrauens symbolisieren und nach Ende der Reise mit allem Schmutz und Staub, Flecken und Rissen ausgestellt werden.

In Gezbe, rund 60 Kilometer südwestlich von Istanbul geriet sie in die Hände eines Mannes, der sie in seinem Auto mitnahm, um sich an ihr zu vergehen und sie zu töten. Die Friedensmission nahm ein blutiges Ende.

Es gab viele Diskussionen um diesen Tod, in der Türkei, in Baccas Heimatland Italien und in der Künstlerszene. Niemand hatte natürlich etwas gegen eine Aktion mit solch lauterer Absicht, aber Bacca wurde Naivität vorgeworfen und die Gefahren unterschätzt zu haben. Als Frau solle man nicht, vor allem nicht allein, in der Türkei Autos anhalten – und erst recht nicht in einem weißen Hochzeitskleid, das bestenfalls Unschuld, schlimmstenfalls Hilflosigkeit signalisieren würde.

Ohne Zweifel war die gesamte Aktion naiv. Die Probleme des Nahen Ostens werden sich nicht durch Appelle an Frieden & Freundschaft lösen lassen.

Dennoch: mit ihrem weißen Kleid sah Bacca aus wie ein Engel.

PS: Baccas Freundin Silvia Moro will die Reise nun allein fortsetzen.

Kommentare

Es ist kein Kommentar vorhanden. Kommentar hinzufügen!

Kommentar schreiben

Alle mit * gekennzeichneten Felder sind erforderlich. Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.