Sittenstrenger

Die iranischen Zensoren finden zunehmend nicht nur Missfallen an politisch aufmüpfigen Publikationen, sondern nun wollen sie auch strenger auf die guten Sitten achten.

Ende Januar wurde das Frauenmagazin Zanan mit der Begründung verboten, es veröffentliche „moralisch fragwürdige Informationen“ und „schädige die moralische Gesundheit“ seiner Leserinnen. Seit gestern dürfen nun auch neun Magazine nicht mehr erscheinen, die sich im wesentlichen mit Lifestyle, ausländischen Filmstars, Lebenshilfe und ein wenig Klatsch & Tratsch beschäftigen.

Auch im Iran haben Brad Pitt und Drew Barrymore Verehrer und schmachtende Fans.

Begründung für die Schließung: „Nutzung von Fotos von Künstlern, besonders von korrupten ausländischen Filmstars, um Erregung zu wecken, Veröffentlichung von Einzelheiten aus ihrem dekadenten Privatleben, Werbung für nicht genehmigte Arzneimittel, Verbreitung von Aberglauben.“

Einige der Zeitschriften veröffentlichen auch Horoskope und Werbung für Potenz stärkende Mittel.

Gleichzeitig wurden 13 weitere Publikationen verwarnt, in Zukunft die Vorschriften des Pressegesetzes einzuhalten.

Gemeinhin lassen repressive Regimes ihren Untertanen zumindest den Ausweg in die private Flucht. Im Iran herrscht da eine totalitärere Sicht.

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