Persepolis in Teheran

Poster Persepolis

Warum hat mir niemand etwas gesagt?

Gestern war in Teheran Marjane Satrapis Oscar nominierter Film Persepolis zu sehen. Nicht in einem regulären Kino, sondern in einem der kleineren Kulturzentren, und auch nicht in der Originalfassung, sondern einige als zu „anzüglich“ (??) angesehenen Szenen wurden herausgeschnitten.

Wer hätte das gedacht?

Noch bevor der Film beim Filmfestival in Cannes das erste Mal zu sehen war, hatte die iranische Botschaft in Paris schon gegen die Aufführung protestiert und ich meine mich daran erinnern zu könne, dass Präsident Ahmadinejad höchstpersönlich den Film als „anti-iranisch“ gescholten hat.

Mit der gestrigen Vorführung habe man den Interessierten die Möglichkeit geben wollen, sich selbst ein Urteil über den Film zu bilden, sagte ein Sprecher des Kulturzentrums. Eine listige Begründung.

Diejenigen, die Persepolis sehen wollen, werden dies wahrscheinlich schon getan haben, denn eine Kopie auf DVD ist für knapp 2 Euro ohne viel Schwierigkeiten im Iran zu kaufen. Illegal natürlich.

Aber bemerkenswert ist es schon, dass ein Kulturzentrum, das aus städtischen Mitteln finanziert wird, den offiziellen Bann gegen den Film durchbricht.

Trotz allem gibt es doch immer wieder einige, die nicht aufgeben.

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