Hearts & Minds

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Auch wenn während des Winters aufgrund des Wetters die militärischen Konfrontationen ein wenig nachlassen – es steht nicht gut mit Afghanistan.

Ein – und bei weitem nicht der einzige - Grund für das Wiedererstarken der Taliban ist die chronische Unterbesetzung der NATO Kräfte im Land. Zu wenig Soldaten für die Größe des Landes.

Alle Appelle an die NATO Mitgliedstaaten, mehr Truppen zu schicken, werden mit verlegenem Schulterzucken quittiert. Italien will nicht oder nur im Nordwesten. Frankreich will nicht und wenn, dann auch nur ohne Feindberührung. Die kanadischen Soldaten sind im umkämpften Süden stationiert, aber der Einsatz ist so umstritten, dass das Parlament das Mandat wahrscheinlich nicht verlängern wird. Die niederländische Regierung hat zwar eine Parlamentsmehrheit für einen verlängerten Einsatz ihrer Truppen zusammen bekommen, ist mit dieser Entscheidung aber in der Bevölkerung sehr unpopulär.

Die Stimmung in Deutschland ist bekannt, wobei es Bundeskanzlerin Angela Merkel vielleicht nicht einmal unrecht ist, dass die Unterstützung für deutsche Soldaten in Afghanistan im eigenen Land dahinschmilzt. Bei ihrer letzten Begegnung mit George W. Busch – so war in den Zeitungen zu lesen – wehrte sie dessen Begehrlichkeiten mit dem Argument ab, sie würde ja gern, könne aber aus innenpolitischen Gründen leider nicht.

Bush ließ die Sache damit erst einmal auf sich beruhen, aber fügen mag er sich nicht.

Heute wurde bekannt, dass sein Verteidigungsminister Robert Gates die NATO dazu drängt, ein statement of goals zu Afghanistan zu verabschieden. Zweck der Übung ist es u.a. (in der Formulierung von AP)

to bolster NATO governments’ efforts to convince their publics that fighting and dying in Afghanistan is an investment worth making.

Stellen wir uns also auf eine deutliche Zunahme von Berichten, Analysen und Kommentaren ein, die die positiven Aspekte des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan entdecken. Es würde mich nicht überraschen, in meiner Mail eine Einladung des Bundesverteidigungsministeriums zu einer Tour zu den Schauplätzen guter Taten der Bundeswehr in Afghanistan zu finden (naaa, nicht wirklich).

Der Kampf um die „hearts and minds“ in Europa hat begonnen. Er wird um so dringlicher wie der selbe Kampf um die die Herzen und Köpfe der Afghanen verloren zu gehen droht.

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