Schwieriger Alltag II

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Schon mal darüber nachgedacht, warum es zwar Eier gibt, die zerbrechen, aber keine zerbrochenen Eier, die sich wieder zusammensetzen? Der österreichische Physiker Ludwig Boltzmann hat. Er interessierte sich neben anderem für die einfache Frage: warum geht die Zeit immer nur vorwärts? Oder anders: wenn Atome sich in allerlei Gruppierungen immer wieder neu zu Konfiguration zusammenfügen und so die uns bekannte materielle Welt formen, warum zerbrechen dann immer nur die Eier und warum setzen sie sich nie zusammen. Beides wäre nach den Gesetzen der Physik möglich.

Seine Antwort (die sicher auch für eine Reihe anderer zerbrechlicher Gegenstände gilt): nach dem 2. Gesetz der Thermodynamik bewegen sich Partikel jeweils auf den Zustand  größtmöglicher Unordnung zu (womit nicht ein zerbrochenes Ei gemeint ist).  Dieser Vorgang spielt sich der Zeit ab. Es gibt ein Vorher und ein Nachher, Vergangenheit und Zukunft und der Prozess ist wie ein Pfeil in eine Richtung gerichtet. Erst war das Ei heil, dann ist es zerbrochen.

Vom Ei auf das Universum übertragen bewegen wir uns in einem Kosmos, der sich von einer hoch geordneten zu einem immer ungeordneterem Zustand bewegt. Es ist vorstellbar, dass diese Unordnung irgendwann ihren größtmöglichen Zustand erreicht und der Prozess würde zum Stillstand kommen. Das wäre auch das Ende der Zeit, denn nichts bewegt sich mehr. Kein Ei wird mehr zerbrechen.

Möglich ist aber auch, dass eine kleine Turbulenz die ganze Geschichte wieder in Bewegung setzt. Partikel würden wieder wild durcheinander sausen und neue Ordnungen bilden. Die Zeit wäre wieder in Gang gesetzt. Möglich wäre dann beispielsweise auch, dass es zerbrochene Eier gibt, die sich wieder zusammensetzen. Alles nur eine Frage der Wahrscheinlichkeiten und eine Frage der Geduld. Man muss nur lange genug warten, bis ein solcher Prozess in Bewegung gesetzt wird.

Für Boltzmann gab es zwar ein mögliches Ende, nicht aber einen Anfang. Nach seiner Vorstellung existiert das Universum seit der Unendlichkeit. Dies mag aber kein Astrophysiker mehr glauben. Die gängige Sichtweise ist, es gab einen Big Bang, der der Ursprung unseres Universums war. Inzwischen gilt es sogar als wahrscheinlich, dass irgendwo im All immer weitere Big Bangs stattgefunden haben und stattfinden werden. Möglich ist, dass das Universum, das wir kennen, nur ein Teil einer Kette von Big Bangs ist. Möglich ist auch, dass parallele Universen zu unserem existieren und nicht ausgeschlossen werden kann auch, dass nicht irgendwo da draußen sich Atome zu einer exakten Kopie von uns zusammengefügt haben. Wahrscheinlicher ist allerdings, wie Boltzmann spekuliert hat, dass statt eines kompletten Menschen ein oder gleich ganze Scharen von Gehirnen durch die Leere schweben. Zumindest ist es offensichtlich ganz schwer zu belegen, warum dies nicht so ist.

Unvorstellbar? Absurd? Bizarr? Alles heute in der NYT nachzulesen.

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