Selektiv

Soll man?
Eigentlich hat Präsident Ahmadinejad gestern bei seinem Auftritt in der Columbia Universität in New York schon reichlich Prügel von Rektor Lee Bollinger einstecken müssen, aber irgendwie ist die Versuchung zu groß.
Zu den Hinrichtungen Schwuler sagte er ohne eine Miene zu verziehen: “In Iran haben wir keine Homosexuellen wie in Ihrem Land.” Hohngelächter und Buhrufe hallten durch die Aula. (SpOn)
Es gibt wenige Politiker, die mit der Lebensrealität des Landes, das sie „in eine bessere Zukunft führen“ wollen, vertraut sind, aber Ahmadinejad ist auch hier wieder eine hervorstechende Ausnahme.
Dass es den Holocaust eventuell nicht gegeben haben soll, war schon eine kecke Behauptung, von der man nicht glauben mochte, dass Ahmadinejad es nicht besser weiß.
Dann wollte er uns erzählen, dass die Lebensmittelpreise gar nicht gestiegen sind, obwohl wir fast von Woche zu Woche mehr für Tomaten, Salat und Gurken ausgeben müssen.
Nun dies.
Wenn er schon nicht vor die Tür kommt, hätte Google ihn vor schallendem Gelächter bewahren können.
Hier beispielsweise oder auch hier mit Video.
Verwunderlich erscheint es, dass es – so der Präsident – keine Homosexuelle im Iran gibt, Schwule gleichwohl vom Militärdienst freigestellt werden. Und der Strafkatalog für homosexuelle Handlungen ist wohl eher eine vorbeugende Maßnahme für das Fall dass …
Ich muss mich mal erkundigen, was „selektive Wahrnehmung“ eigentlich auf Farsi heißt.
gepostet am 25. September 2007 um 13:08 von unter Iran, Menschenrechte. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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