Naqshbandi ermordet
Die Taliban haben heute bekannt gegeben, dass sie Ajamal Naqshbandi ermordet haben, weil die Regierung in Kabul ihrer Forderung nach der Freilassung weiterer gefangener Taliban nicht nachgekommen sei.
Naqshbandi arbeitete als Fixer und Übersetzer für ausländische Journalisten. Am 5. März war er gemeinsam mit dem italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo und dem Fahrer Sayed Agha in Nadali in der Provinz Helmand von den Taliban gekidnappt worden. Sayed Agha war wenige Tage später geköpft worden, um die Forderung nach der Auslieferung von einigen prominenteren Taliban, die sich in der Haft der afghanischen Regierung befanden, zu unterstreichen.
Die italienische Regierung drängte die Regierung Karzai, einem solchen Handel zuzustimmen. Mastrogiacomo kam am 20. März frei, nachdem fünf gefangene Taliban auf freien Fuß gesetzt worden waren.
Naqshbandi war aber nicht Teil dieses Austausches. Weder die italienische Regierung noch die afghanische Regierung hielten es für notwendig sicher zu stellen, dass auch er die Freiheit wieder erlangte.
Es gab heftige Kritik an diesem Gefangenenaustausch, weil es zur Nachahmung anregt, wenn eine Regierung solchen Erpressungen nachgibt.
Karzai verteidigte sich damit, es sei eine ganz außerordentliche Situation gewesen. Schließlich seien die Italiener enge Freunde Afghanistans, würden Strassen und Brücken bauen, die Regierung in Rom sei aus innenpolitischen Gründen gefährdet gewesen, und er kündigte an, es werde unter keinen Umständen mehr einen Austausch geben.
Die Taliban forderten aber für Naqshbandi weitere Gefangene. Anders als bei Mastrogiacomo blieb die Regierung in Kabul hart.
Naqshbandis Tod ist empörend und beschämend zugleich.
gepostet am 8. April 2007 um 15:28 von unter Medien, Afghanistan. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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