Iran: Polizei erhält ausländische Hilfe

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Die iranische Polizei regelt den Verkehr, verfolgt Diebe und Einbrecher und verhaftet Mörder. Damit aber nicht genug.

„Die globale Herausforderung, die durch aggressive imperialistische Kräfte und ihre Anstrengungen, die Welt zu dominieren auf der einen Seite sowie durch die aufrührerischen Aktionen einiger Rebellengruppen auf der anderen Seite geschaffen wird, erfordern größere Aufmerksamkeit und Information der Polizei und der Sicherheitsbehörden des Landes,“ so Polizeichef Brigadegeneral Ali Abdollahi.

In eine einfachere Sprache übersetzt: die iranische Polizei will ihre Anstrengungen verstärken, all das schon im Keime zu ersticken, was von innen oder außen das islamische Regime gefährden könnte. Wie auf der „4. Internationalen Messe für Polizeiausrüstung und Sicherheit“ zu sehen war, kann sie dabei auch auf ausländische Hilfe zurückgreifen.

Dazu gehören nicht nur so harmlose Dinge wie fälschungssichere Kennzeichen, die die Firma Utsch aus Marienhütte in Deutschland anbietet, oder die Knaus Wohnmobile, die über eine iranische Firma als eine Art mobile Polizeistation offeriert werden.

Die Federal Security Services, eine Firma des russischen Geheimdienstes, die mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten ist, bietet Feldstecher, Präzisionsgewehre und allerlei Instrumente zur Spurensuche.

Noptel Oy präsentiert ein pfiffiges Produkt, das sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreut. Die finnische Firma hat einen Schießstand aufgebaut, an dem jeder seine Künste erproben kann. Aber der ST-2000 MilTrainer ist nicht einfach eine Schiessbude sondern ein ausgefeiltes System zur Analyse des Verhaltens des Schützens. Aufgezeichnet werden Treffergenauigkeit, Zielsuche und Abzugsverhalten. So ergeben sich präzise wissenschaftliche Daten, auf deren Grundlage sich die Ausbildung verbessern lässt. Der Prospekt, der in Teheran verteilt wird, zitiert ein Lob des US Army Magazines „It is simply the best military shooter trainer ever made!“

Technisch noch weit raffinierter ist das System, das die Firma MegaForce aus Krefeld vorstellt. Mega Detect ist, wie Geschäftsführer Massoud Pajou, ein Iraner, der nach Deutschland ausgewandert ist, bereitwillig erläutert, ein Gesichtserkennungssystem.

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Wir haben drei Anwendungen hier jetzt vorbereitet. Eine ist ein live Überwachungssystem, mit dem man die Personen, die man in der Datenbank hat, auch erkennen kann. Dann, wir haben ein Offline-System. Das ist für die Polizei, wenn jemand erkennen will, wer diese Person ist. Eine andere Anwendung für dieses Kernsystem ist die Zugangskontrolle auf Basis der Gesichtserkennung.

Mit dieser Technik kann man allerhand anfangen. Man kann Falschspieler in einem Casino oder Verkehrssünder identifizieren, man kann aber auch überwachen, wer an einer Demonstration teilnimmt oder wer in einer Veranstaltung eine aufrührerische Rede schwingt. Letzteres dürfte für die iranische Polizei besonders interessant sein.

In Deutschland lässt sich ein solches System nicht verkaufen.

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Wir haben in Deutschland Problem von Datenschutz.

Im Iran ist man damit noch nicht so zimperlich. Verkauft hat Herr Pajou sein System hier auch noch nicht, aber

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Große Interesse.

Eine Reihe von Kontakten und Gesprächen seien während der Messe angebahnt worden, die sehr erfolgsversprechend aussähen.

 

Länge 3:42

 

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© Martin Ebbing 2005