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Vor acht Jahren gab es im Iran eine kleine Revolte, ausgelöst durch ein Fußballspiel. O-TON 1: Wovon Aresu erzählt, brachte damals das Regime leicht ins Wanken. Das Verbot für Frauen, Männersport im Stadium live zu verfolgen, hat aber bis heute überlebt. So wird das Länderspiel gegen Deutschland fast ausschließlich eine Männersache sein. Die Frauen müssen draußen bleiben. Ausnahmen gibt es nur für weibliche iranische wie deutsche Journalisten, weibliche Mitglieder der DFB-Delegation und einige weibliche, europäische Fans, die in Teheran leben. Aber auch bei ihnen wurde die Ausgabe der Karten äußerst restriktiv gehandhabt. Anfragen mussten zuvor beim iranischen Fußballverband schriftlich unter Angabe der Reisepassnummer eingereicht werden. Der DFB, der ansonsten gern sein sportpolitisches Engagement herausstreicht, scheint sich nicht daran zu stören, dass iranische Frauen dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft nicht zuschauen dürfen. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder mochte sich gestern in Teheran nicht selbst zu dieser Frage äußern, sondern schickte Sprecher Harald Stenger vor. O-TON 2:
Darauf zu beharren, dass die eigenen Frauen entgegen der „Sitten und Gebräuche“ Zutritt erhalten und die einheimischen Frauen zu ignorieren, macht die Angelegenheit eher schlimmer als besser. O-TON 3: Aus Kreisen, die mit den bei Länderspielen üblichen vertraglichen Vereinbarungen vertraut sind, war zu erfahren, dass auch in dem Vertrag mit der iranischen Fußballföderation ein Passus enthalten ist, der ausdrücklich den freien Zugang für jedermann zu dem Spiel festlegt. Beim DFB wollte aber gestern niemand so recht etwas über die Existenz einer solchen Vereinbarung wissen. Bestritten wurde sie allerdings auch nicht. Die iranischen Frauen, die auch im Sport versuchen, sich ihre Rechte zu erkämpfen, fühlen sich von der Haltung des DFB im Sich gelassen. O-TON 4: Von den Möglichkeiten des Sport auch jenseits von Grenzen, sprach Teamchef Jürgen Klinsmann gestern auf der Pressekonferenz, als es um die Solidarität mit den Erdbebenopfern in Bam ging. Ein Teil der Einnahmen des Spiels soll für den Bau eines Sportzentrums in Bam eingesetzt werden. Beim Thema Frauen hat der DFB diese Chance schon vergeben, bevor das
Spiel angepfiffen wird.
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© Martin Ebbing 2004