Iran: Mode
Noch bevor die Zuschauer erfahren, was heute Wichtiges in der Welt geschehen ist (respektive was die staatlichen Aufseher für wichtig halten), versucht das iranische Fernsehen derzeit in einer kleinen Serie eine drängende Frage zu klären: was ist Mode?
Was wie eine offene Debatte aussehen soll, ist in Wirklichkeit eine Art Aufklärungskampagne gegen den Verfall der Sitten. Begleitet werden diese Fernseh-Spots von einer Verhaftungswelle. Junge Frauen, deren Kopftücher zu viel Haar oder deren Hosen zu viel Wade unbedeckt lassen, werden auf Polizeireviere gebracht. Ihnen drohen Gefängnisstrafen bis zu 2 Monaten oder Geldstrafen bis zu 50 Euro.
Länge 5:04
Manuskript
Iran: Weblogs
Im Jahr 2001 entwickelte ein in Kanada lebender Iraner eine Software, mit der man Weblogs auch auf Farsi schreiben kann. Heute, so wird geschätzt, existieren im Iran etwa 50.000 Weblogs. Hinzu kommt etwa die gleiche Zahl von Logs von Iranern, die das Land verlassen haben.
Gefüttert wird dieser Boom in erster Linie durch das Verlangen, sich unbehindert von Zensur und gesellschaftlichem Druck ausdrücken zu können.
Länge 5:07
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Iran: Sport unter dem Kopftuch
Welchen Sport Frauen im Iran betreiben können, bestimmt unter anderem die Kleiderordnung. Schiessen beispielsweise ist auch mit Kopftuch und weitfallendem Mantel möglich. Rudern oder Tischtennis notfalls auch, und Taek-Wan-Do, das wie andere Kampfsportarten im Iran sehr populär ist, wird allemal in einer Uniform mit einem Kopfschutz praktiziert, die alle wichtigen Körperteile inklusive Kopfhaar bedeckt hält. Turnen, Schwimmen oder Leichtathletik dagegen scheiden aus.
Länge 5:02
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Iran: Der Fall Kazemi und der Menschenrechtsdialog
Immerhin hat die Europäische Union eine Erklärung zu dem Fall Zahra Kazemi abgegeben, in der sie ihre „Besorgnis“ über die Umstände des Verfahrens zum Ausdruck bringt. Westliche Diplomaten gestehen ein, dass dies eine recht gemäßigte Form des Protestes ist, aber die iranische Regierung zeigt sich schon von dieser milden Rüge pikiert.
Länge 4:53
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Iran: Jomhuriat - erste neue Reformer-Zeitungen nach fünf Jahren
Auf der ersten Seite das Foto eines Baumes. Auf der weißen Wand dahinter hat jemand den Spruch „Es kommt“ zweimal aufgesprüht. Unterzeile „Die Republik wird kommen.“
Einen Beitrag dazu will Jomhuriat (Republikanismus) leisten, deren erste Ausgabe am vergangenen Sonntag erschienen ist. Die Reform orientierte Tageszeitung ist gleichzeitig die erste Neugründung nach der Welle von Schließungen liberaler Zeitungen vor fünf Jahren. Die Mehrheit der rund 80 Mitarbeiter von Jomhuriat hatte damals ihren Arbeitsplatz verloren, viele haben wegen ihrer politischen Einstellung im Gefängnis gesessen.
Länge 5:48
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Irak: Kurden denken über Abtrennung nach
Von Gewalt und Chaos ist der kurdische Irak mit der Ausnahme von zwei Bombenanschlägen im Februar dieses Jahres weitgehend verschont geblieben. Die Amerikaner sind hier als Befreier willkommen und die eigenen, kurdischen Sicherheitskräfte sorgen für Sicherheit und Ordnung.
Die Fernsehbilder der Attentate und Bombenanschläge verleihen allerdings der Frage eine neue Aktualität, ob es wirklich eine solche gute Idee ist, mit den arabischen Nachbarn in einem Staat leben zu wollen.
Länge 4:48
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Iran: Gerhard Richter Ausstellung in Teheran
Streiten wird man sicher nicht mit dem Botschafter darüber, ob Gerhard Richter einer der bedeutensten deutschen Gegenwartskünstler ist. Über einen kleinen Kreis von engagierten Kennern hinaus ist er im Iran allerdings nicht bekannt. Keine seiner Arbeiten war bislang im Original hier zu sehen. Umso erfreulicher, dass die Ausstellung nun ihren Weg nach Teheran gefunden hat.
Länge 4:43
Manuskript
Iran: Bam - drei Monate nach dem Erdbeben
Auch drei Monate nach dem Erdbeben in Bam hat sich die Lebenssituation in Bam für die Überlebenden nicht wesentlich verbessert. Der Generalplan, nach dem Bam in einem neuen Glanz wieder auferstehen soll, lässt aber seit drei Monaten auf sich warten. Ohne ihn steht aber alles still.
So lange versuchen sich die zehntausende Obdachlosen des Erdbebens mit dem provisorischen Leben in den Zelten zu arrangieren. Der iranische Rote Halbmond bringt Trinkwasser, Öl, Reis und Mehl und es werden Konserven mit Bohnen und Tunfisch verteilt. Krankenstationen sind eingerichtet worden und die meisten Schulen haben zumindest provisorisch wieder geöffnet – viel mehr aber auch nicht.
Länge 9:00
Manuskript
Iran: Frauendemonstration trotz Verbot
Es war auf den einschlägigen Seiten im Internet angekündigt und die Nachricht ging von Mund zu Mund: aus Anlass des Internationalen Frauentages sollte um 17 Uhr im Laleh-Park in Teheran, mitten im Zentrum der Stadt, eine Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen stattfinden.
Am frühen Nachmittag klingelte dann das Telefon: das Innenministerium habe die Genehmigung für die Demonstration ohne Begründung wieder zurückgezogen. Die Veranstaltung sei abgesagt.
Länge 5:10
Manuskript
Iran: "Frauen sind nichts"
Das Problem, so Miriam, sei weniger das islamische Recht, das Frauen oft nur eine untergeordnete Rolle einräumt. Das größere Problem sei, dass der Iran zutiefst eine Männergesellschaft sei. Wenn es den Männern nutze, würden sie sich auf islamisches Recht berufen. Wenn der Koran ihren Interessen aber im Wege stehe, werde er einfach ignoriert.
Länge 4:10
Manuskript
Iran: Nach den Anschlägen im Irak rücken die Schiiten zusammen
Es ist gerade gut 15 Jahre her, da fand ein sehr blutiger Krieg zwischen dem Iran und dem Irak sein Ende, nachdem Saddam Hussein den Nachbarn angegriffen hatte. Die irakischen Schitten schlugen sich damals nicht auf die Seite ihrer iranischen Glaubensbrüder. Aber diese Kluft begann sich mit der massiven Verfolgung der schiitischen Iraker durch Saddam Hussein nach dem ersten Golfkrieg zu schließen.
Mit Saddam hatte man einen gemeinsamen Feind und nach dessen Sturz gibt es auch wieder offene Kontakte. Anschläge wie in Kerbala, dem irakische wie iranische Schiiten zum Opfer fielen, stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl noch weiter.
Länge 6:26
Manuskript
Iran: Britische Skulpturen trotz Konservativer
„Solide“ ist vielleicht das Wort, das einem westlichen Betrachter bei einem Rundgang durch die Ausstellung „Turning Points“ (auf Deutsch „Wendepunkte“) einfallen könnte. In einem westlichen Museum dürfte die Schau vielleicht mit einer braven Erwähnung durch die Kritik rechnen, in Teheran, wo sie seit dem 24. Februar zu sehen ist, erfreut sie sich aber allergrößter Aufmerksamkeit.
Länge 5:10
Manuskript
Iran: Das ganze Leben eine Lüge
Für viele junge Leute im Iran ist es weniger der fehlende Alkohol, das Verbot von Make-up oder bauchfreiem T-Shirt, das ihren Unmut mit dem bestehenden Regime schürt. Sie sind es einfach satt, ewig zu lügen.
Länge 4:10
Manuskript
Iran: Spannung vor dem 9. Juli
Die Protestbewegung im Iran ist ohne Zweifel sehr populär, aber es ist vor allem eine Revolte der mittelständischen Jugend. Es fehlen sowohl die landesweite politische Organisation wie ein wirklich politisches Programm.
Länge 5:10
Manuskript
Nordirak: 15 Jahre Halabja
Am 16. März 1988 attackierte die irakische Armee die kurdische Stadt Halbja. 5.000 Menschen verloren ihr Leben, weitere 10.000 wurden verletzt.
Länge 3:48
Manuskript
Nordirak: Kurden fühlen sich schutzlos
Mit wachsender Kriegsgefahr versuchen sich auch die Kurden auf einen humanitären Notfall vorzubreiten. Obwohl die Gefahr, Schauplatz von Kampfhandlungen zu werden, hier sehr hoch ist, sind die Möglichkeiten, Vorbereitungen zu treffen, sehr eingeschränkt.
Länge 4:29
Manuskript
Nordirak: Die militärische Rolle der Kurden
Die Kurden im Norden des Irak verfügen über eine Partisanentruppe von geschätzten 40 bis 50.000 Mann. Sie haben Erfahrungen im Kampf gegen die irakische Armee, kennen das Gelände, und obwohl sie keine schweren Waffen besitzen sind sie gut ausgebildet.
Dennoch scheinen die USA trotz aller öffentlichen Erklärungen kein rechtes Interesse an einer Kooperation mit der Peschmerga zu besitzen.
Länge 4:46
Manuskript
Nordirak:
Der Aufstieg des Dinar
Der Dinar ist in weniger als 10 Tagen um rund 20 Prozent an Wert
gestiegen. Solch ein Kurssprung ist erstaunlich genug, aber noch überraschender
ist, dass eine Währung steigt, wenn dem Land ein Krieg droht.
Aber genau die Erwartung eines Krieges zwischen den USA und Saddam
Hussein ist der Grund, so die Geldwechsler, warum es mit dem Dinar
steil aufwärts geht.
Länge
3:23
Manuskript
Irak:
Besuch an der Waffenstillstandslinie
Die Grenze zwischen dem von den Kurden kontrollierten Teil des Iraks
im Norden und dem nach wie vor von Saddam Hussein regierten Teil im
Süden ist nicht viel mehr als eine Vereinbarung. Es existieren
weder offizielle Markierungen noch Grenzanlagen.
Länge
3:54
Manuskript
Irak:
Christen im (Nord-) Irak
Anders aber als die kurdische Mehrheit, die zwar Angst vor einem
heraufziehenden Krieg gegen Saddam Hussein hat, aber bereit ist, diesen
Preis für den Sturz des verhassten Diktators zu zahlen, fällt
es den Christen schwerer, eine eindeutige Position zu beziehen. Das
Friedensgebot des Christentums und die Erfahrung blutiger Unterdrückung
sind schwer unter einen Hut zu bringen.
Länge
4:56
Manuskript
Länge
6:03
Manuskript
Nordirak:
Hoffen und Warten
Für die Menschen im Norden Iraks ist es derzeit nicht einfach,
zwei sich einander widersprechende Gefühle miteinander zu vereinbaren.
Krieg oder Freiheit von Saddam Hussein sind die beiden Alternativen,
die diskutiert werden.
Länge
3:51
Manuskript
Tadschikistan:
Radio Asia Plus
Das erste Mal ist die tadschikische Regierung bereit, eine private
Radiostation in der Hauptstadt Duschanbe zuzulassen. Wenn man so will,
ist dies eine Spätfolge des 11. Septembers. Die Regierung hat
erkannt, dass Demokratisierung notwendig ist, will das Land nicht
den Anschluss an die Welt verlieren.
Länge
5:05
Manuskript
Georgien:
Unter die Terroristen gefallen
Die USA planen, bis zu 200 Soldaten nach Georgien zu schicken, um
das Land im Kampf gegen Terroristen zu unterstützen. Mashud wäre
sicher einer derjenigen, die die neuen Anti-Terror-Einheiten jagen würden.
Allerdings steckt er derzeit in einem Gefängnis in Abchasien. Er
hatte an einer Aktion teilgenommen, an der auch die georgische Regierung
beteiligt war.
Länge7:18
Manuskript
Kaukasus:
Lisa im Schnee
Der Elbrus ist der höchste Berg Europas, 5642 Meter hoch mit
einer schneebedeckten Doppelspitze, die aus der Bergkette des Kaukasus
herausragt. Eigentlich der ideale Ort für eine Snowboard-Schule,
dachte sich die Deutsche Lisa Pahl.
Längere
Fassung 5:06
Kürzere
Fassung 3:50
Manuskript
Türkei:
Selbstmorde in Batman
Zeyneps Tod ist ein weiterer Fall in einer Reihe, mit der Batman,
eine überwiegend kurdisch bewohnte Stadt mit rund 200.000 Einwohnern
im hinteren Südosten der Türkei, traurige Bekanntheit erreicht
hat. Ende 1999 begann hier eine Welle von Selbstmorden von Mädchen
und jungen Frauen. Etwa 140 Versuche werden seither pro Jahr gezählt,
von denen knapp 50 (also einer die Woche) erfolgreich verlaufen.
Der fast zwanzigjährige Krieg in der kurdischen Türkei zeigt
späte Folgen.
Länge
7:29
Manuskript
Afghanistan:
Rückkehren oder in Deutschland bleiben:
Für Mohammad Shafi, einst afghanischer Botschafter in der DDR,
stellt sich die Frage: in Deutschland bleiben oder in seine Heimat Afghanistan
zurückkehren, um beim Wiederaufbau zu helfen.
Länge
6:23
Manuskript
Afghanistan:
Pipeline-Pläne
Der Krieg gegen den Terrorismus in Afghanistan hat nicht nur politische
Ziele, sondern einen durchaus willkommenen wirtschaftlichen Nebenaspekt.
Der alte Plan, eine Gas-Pipeline von Turkmenistan quer durch Afghanistan
nach Pakistan zu bauen, bekommt ein zweites Leben. Das Projekt, das
in der Vergangenheit unter der Führung des US Konzerns UNOCAL betrieben
wurde, scheiterte an der instabilen Situation in Afghanistan. Mit dem
Sturz der Taliban und einer neuen, pro-westlichen Regierung in Kabul
könnte sich das Blatt wenden.
Länge
4:22
Manuskript
Georgien:
Plutoniumschmuggel
Bereits ein drittes Mal innerhalb nur eines Jahres wurden in der georgischen
Hauptstadt Tbilisi Plutonium-Schmuggler gefasst. Die radioaktive Substanz,
die in der Hauptsache für Atomwaffen produziert wird, ist schon
in kleinsten Spuren extrem giftig.
Länge
3:20
Manuskript
Türkei:
Folter
Seit knapp zwei Jahren ist die militärische Konfrontation zwischen
der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und den türkischen Sicherheitskräften
ausgesetzt, die Menschenrechtssituation in den kurdischen Gebieten hat
sich seither aber nicht wesentlich verbessert. Nach wie vor werden Personen
ohne Grund verhaftet, misshandelt und zu falschen Geständnissen
gezwungen. Allein in der kurdischen Metropole Diyarbakir wurden von
der türkischen Menschenrechtsorganisation IHD 225 solcher Fälle
gezählt. Die Täter kommen ungestraft davon.
Trotz der Aufforderung der EU, die Menschenrechtssituation im Lande
zu verbessern, trifft Ankara keine entscheidenden Massnahmen.
Länge
6:04
Manuskript
(siehe auch "Ein
Monat in Diyarbakir")
Türkei:
Aynur
Als Kind wollte sie Anwältin für Menschenrechte werden. Ihre
Familie war arm, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten standen einer
guten Schulbildung im Wege. So bereitet sich Aynur heute auf einen Abschluss
als Lehrerin an der Universität von Diyarbakir im Südosten
der Türkei vor. Sie ist eine moderne Frau, muss aber damit rechnen,
auf das Land versetzt zu werden, wo strenge Traditionen und Moralvorstellungen
herrschen. Zudem ist sie Kurdin und der Polizei suspekt.
Länge
5:05
Manuskript
(siehe auch "Ein
Monat in Diyarbakir")
Türkei:
Kinder in Diyarbakir
Diyarbakir liegt im Südosten der Türkei und war bis vor zwei
Jahren eines der Zentren der Kämpfe zwischen den türkischen
Sicherheitskräften und der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Nachdem
die PKK die Kämpfe eingestellt hat, ist es in Diyarbakir ruhiger
geworden, aber die Menschen dort leiden weiterhin unter den Konsequenzen
dieses Krieges. Beispielsweise die Kinder, die auf der Strasse arbeiten
müssen, um ihre Familie mitzuernähren.
Länge
5:25
Manuskript
(siehe auch "Ein
Monat in Diyarbakir")
Türkei:
Völkermord an den Armeniern
Am 24. April 1915 wurden im damaligen Konstantinopel mehrere hundert
Armenier unter dem Vorwurf des Hochverrates verhaftet. Diese Aktion
bildete den Auftakt einer Vernichtungsaktion des Osmanischen Reiches
gegen seine eigene, lang ansässige christliche Minderheit. Es
wird geschätzt, dass zwischen anderthalb und zwei Millionen Armenier
bei diesem Völkermord ihr Leben verloren.
Es existieren vielfältige Dokumente, die diese Untaten belegen.
Denoch fällt es bis heute schwer, in der Türkei über
dieses Thema zu reden.
Länge
4:28
Manuskript
Armenien:
Armenische Identität
Das Gefühl, im Laufe der Geschichte immer von übermächtigen
Feinden verfolgt worden zu sein, ist Bestandteil des kollektiven Bewusstseins
der Armenier. Hinzu gesellen sich die christliche Tradition und die
Erinnerung an den Völkermord, die gemeinsam die beiden Säulen
des Armeniertums bilden.
Länge
7:33
Manuskript
Kosovo:
Ernüchterung, Vertreibung und Unabhängigkeit.
Zwei Jahre nach Ende des NATO Krieges sind für Arben viele seiner
Illusionen über die Zukunft des Kosovo verflogen. Den bewaffneten
Widerstand gegen die Serben und die Intervention der ANTO hält
er weiterhin für richtig, aber der Wiederaufbau gestaltet sich
schwieriger als erwartet. Schlimmer noch: die alten Feindbilder funktionieren
nicht mehr.
Teil 1 Länge
5:14
Manuskript
Teil 2 Länge
5:45
Manuskript
Kurzfassung
(Teile 1 und 2) Länge 5:55
Manuskript
Türkei:
Kriegsschäden im Tourismusparadies
Von Mehmets Haustür im türkischen Dogubayazit aus kann man
fast zum Greifen nah den 5137 Meter hohen Berg Ararat, auf dem Noahs
Arche nach der Sintflut gestrandet sein soll, in seiner ganzen majestätischen
Schönheit bewundern. Keine 6 Kilometer Richtung iranische Grenze
steht auf einer Anhöhe der Ishak Pasha Palast, eine weitläufige
Anlage in buntgewürfelten Bausstilen aus dem 17. Jahrhundert, die
der ehemalige Gouverneur der Region dort bauen liess. Von dort ist es
buchstäblich nur einen Steinwurf entfernt, bis zu einem grossen
Krater, der duch den Einschlag eines Meteoriten vor grauer Urzeit entstanden
ist.
Das müsste doch eigentlich Leute interessieren, dachte Mehmet,
und eröffnete Ende der 80er Jahre ein Tourismusbüro. Aber
dann kam der Golfkrieg.
Länge
5:23
Manuskript
Albanien:
Fussball
Fussballfans sind in Albanien nicht weniger leidenschaftlich als
die Fans in anderen europäischen Ländern auch, aber selbst
der begeisterste Anhänger wird freimütig zugeben, dass der
albanische Fussball in Europa eher zweit-, wenn nicht drittklassig ist.
Es fehlt am Geld, hinter den Kulissen wird oft nicht nach den Regeln
gespielt und Schmiergelder wandern diskret von Hand zu Hand. Jeder Fussballer,
der die Chance besitzt, versucht lieber im Ausland zu spielen.
Ähnliches lässt sich auch über den Rest des Landes sagen.
Länge
3:57
Georgien:
Halo in Abchasien
Die Kraft der Explosion schleudert eine Dreckfontaine in die Luft. Kleine
Steine und Lehmkluppen fliegen mehr als hundert Meter weit. Niemand
kommt aber zu Schaden. Die Explosion war eine Art Müllbeseitigung.
Minen und Bomben, die zuvor entschärft wurden, wurden in die Luft
gejagt und damit unschädlich gemacht.
Seit mehr als zwei Jahren arbeitet HALO, eine internationale Hilfsorganisation,
die Minen in Krisenregionen entschärft, bereits in Abchasien. Ein
geschätzte Zahl von sieben- bis zehntausend Menschen verlor in
diesem Konflikt um die Unabhängigkeit dieser kleinen Republik am
Schwarzen Meer in den Jahren 1992/93 ihr Leben. Wieviel und vor allem
wo die Minen und nicht-detonierte Bomben geblieben sind, weiss niemand
ganz genau.
Länge
5:47
Armenien:
Matenadaran
Das Matenadaran im armenischen Jeriwan ist eine der ältesten und
grössten Handschriftensammlungen der Welt. Die Schriftkultur gehört
zu einem der Eckpfeilern armenischer Identität. Aufgrund leerer
Kassen hat das Museum aber große Schwierigkeiten, seinen Bestand
zu pflegen.
Länge
8:00
Ingushetien:
Tschetschenische Flüchtlinge
Auf einem Abstellgleis in Ingushetien steht seit einem Jahr ein Zug
mit 3.000 Flüchtlingen aus dem naheliegenden Tschetschenien. Im
Sommer ist die Luft zu stickig um zu atmen, im Winter wird es schneidend
kalt. Ein neuer Winter steht vor der Tür, aber seit Tschetschenien
aus dem Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt ist, lässt
auch die Hilfsbereitschaft nach.
Kürzere
Fassung (6:08)
Längere
Fassung (7:25)
Georgien:
Goldmarkt im Hauptbahnhof
Zugfahren ist in Georgien aufgrund des schlechten Zustandes des Eisenbahnnetzes
nicht sehr populär. Der Hauptbahnhof von Tbilissi ist dennoch ein
lebhafter Ort. So beherbergt er den grössten Markt für Schmuck
in der Stadt. Allerdings: es gibt weit mehr Verkäufer als Käufer.
Länge
5:36
Tschetschenien:
Alltag in Grosny
Ali und seine Familie versuchen in der kriegszerstörten Stadt ohne
Wasser, ohne Strom und ohne Geld zu überleben. Sie fürchten
sich vor den russischen Soldaten und dem heranrückenden Winter.
Kürzere
Fassung (4:35)
Längere
Fassung (5:36)
Georgien: Deutsche
Sanitätssoldaten in Abchasien
Eine Sanitätseinheit der Bundeswehr leistet unter der Flagge der
UN in dieser durch den Bürgerkrieg verelendeten Region Georgiens
Nothilfe.
Länge
5:42
Armenien:
Radio Eriwan
Im Prinzip gilt der armenische Sender als Urheber der gleichnamigen
Witze, die die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Sozialismus
blossstellten, aber wo stecken die Leute, die diese Witze erfunden haben?
Länge
6:21
Armenien:
Melanja
Melanja Lalajan ist eine ungewöhnliche Frau, die den üblichen
armenischen Lebensverhältnissen zu trotzen versucht. Seit ihr Mann seine
Arbeit verloren hat und weil ihr Gehalt als Deutschlehrerin nicht reicht,
ernährt sie die Familie mit Produkten aus dem eigenen Garten. Ihr
Sohn Arsen ist Zahnarzt. Als Bezahlung nimmt er notfalls auch schon
mal eine Kuh.
Länge
5:46
Georgien:
Professor
Getroffen habe ich ihn an einem sonnigen Nachmittag vor dem Parlament
in Tiblissi. Besser: er hat mich getroffen, denn plötzlich kommt ein
älterer Herr in einem abgetragenen Anzug auf mich zu und fragt, ob ich
Deutscher sei. Als ich ihm das bestätige, leuchtet sein Gesicht auf
und in seinem Mund werden zwei einzelne Zähne sichtbar - einer oben
und einer unten.
Länge
5:36
Russischer
Abzug aus Georgien:Nach langwierigen Verhandlungen haben
die russischen Truppen begonnen, den ersten Stützpunkt in Georgien
zu räumen. In Tbilissi hofft man, dass damit die Einmischung Moskaus
in die inneren Angelegenheiten Georgiens einem Ende zugeht.
Kürzere
Fassung (4:18)
Längere
Fassung (7:09)
Karabach: Die
Mühen des Sieges
Reportage aus einem kleinen Bergdorf in Nagorno-Karabach, in dem sich
die Bewohner fragen, ob sich der Krieg um die Unabhängigkeit wirklich
gelohnt hat.
Länge
6:25