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Die Persönlichkeit der Krake
 

Die Neuropsychologin Jennifer A. Mather von der Universitäet Lethbridge in Kanada und der Biologe Roland Anderson vom Seattle Aquarium sind der Auffassung, dass Kraken sowohl eigene Persönlichkeiten wie auch einen ausgeprägten Spieltrieb besitzen.

Die beiden Wissenschaftler haben beobachtet, wie die Tiere in unterschiedlichen Situationen reagierten. Wenn sie beispielsweise mit einer harten Bürste gereizt oder mit Krabben gefüttert wurden, reagierten einige Kraken (der aggressive Typ) indem sie wütend die Bürste angriffen und sich die Krabben schnappten, sobald sie sie sahen. Andere dagegen (der passive Typ) wichen vor der Bürste ängstlich zurück und warteten mit dem Essen, bis sie allein waren. Der dritte Typ (die Paranoiker) geriet durch die Bürste sofort in Panik und versprühte Tintenwolken.

 

Anderson war schon seit längerem aufgefallen, dass die Helfer im Seattle Aquarium ihren Schützlingen je nach Persönlichkeit Namen gaben. So wurde eine Krake "Devil", eine andere "Lucretia McEvil" und eine besonders sensible "Emily Dickson" genannt.

Noch überraschter waren die beiden Forscher, als sie bei den achtarmigen Kopffüsslern einen Spieltrieb entdeckten. Bisher galt die Auffassung, dass ein solches Verhalten im Tierreich ausschliesslich bei jungen Säugetieren zu finden sei. Doch zwei ihrer acht Versuchstiere jagten ein kleines Plastikfläschchen, das ihnen ins Aquarium gelegt worden war, mit Hilfe ihres Jet-Strahles bis zu 23 Minuten im Kreis herum.

Kraken sind Weichtiere ohne Gräten und Knochen. Ihr Gehirn gilt als vergleichsweise differenziert und ermöglicht in Grenzen sogar den Gebrauch von Werkzeugen.


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