Iran: Vor den Stichwahlen

23. Juni 2005


Das iranische Kommunikationsministerium ließ am vergangenen Mittwoch die Warnung verbreiten, wer per SMS einen der beiden Kandidaten bei der anstehenden Stichwahl für das Präsidentenamt verunglimpfe, werde strafrechtlich verfolgt. Abgesehen von dem unausgesprochenen Eingeständnis, dass das Ministerium mitliest, ist die Ankündigung einer der recht hilflosen Versuche, die Wogen im hitzigen Wahlkampf zu glätten.

Der Flut der SMS hat sie keinen Einhalt geboten. Die meisten Nachrichten richten sich gegen Mahmud Ahmadinejad, den ultrakonservativen Kandidaten, der bei der ersten Runde der Wahlen überraschend mit 19,5 Prozent den zweiten Platz belegte. Meymun , Affe, ist die gebräuchlichste Bezeichnung seiner Gegner für ihn, was sich eher gegen sein Aussehen richtet. Mit „Faschist“ ist dagegen seine politische Haltung gemeint.

 

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© Martin Ebbing 2005