Iran: Wahlen unter Manipulationsverdacht

19. Juni 2005


Die Zeitung Kayan wusste es bereits, bevor die Stimmenauszählung überhaupt begann. In seiner Samstagsausgabe schrieb das erzkonservative Blatt, das direkt dem Revolutionsführer untersteht, die Präsidentschaftswahl werde in einer Stichwahl zwischen Ali-Akbar Haschemi Rafsanjani und Mahmoud Ahmadinejad entschieden.

Es gehörte nicht sehr viel prophetische Weitsicht dazu vorauszusagen, dass keiner der sieben Kandidaten das vorgeschriebene Quorum von 50 Prozent erreichen und damit die Wahl in der ersten Runde entscheiden würde. Alle Meinungsumfragen hatten zudem vorausgesagt, dass Rafansanjani, der schon einmal von 1989 bis 1997 Präsident war, die höchste Stimmenzahl erreichen und sich damit für die Stichwahl qualifizieren würde.

Äußerst kühn war aber die Prognose, Ahmadinejad werde als zweiter im Rennen abschneiden.

 

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© Martin Ebbing 2005