Iran: Bam - drei Monate nach dem Erdbeben

24. März 2004


Zahra Rostam Abadi hat ihren Mann bei dem Erdbeben verloren. Das Schlimmste, so klagt sie, seien die hygienischen Verhältnisse. Fließendes Wasser gibt es nur an einem Kran, der ein paar Meter die Strasse hinunter aus dem Schutt ragt. Und natürlich hätten sie auch keinen Strom und keine Kühlschränke. "Gelegentlich geben sie uns auch Hühner. Aber was sollen wir damit anfangen? Wir müssen sie sofort essen, weil sie sonst schlecht werden." Überhaupt die Hitze. Im Frühjahr klettern die Temperaturen am Tag bereits auf 30 Grad und mehr und es wird mit dem heranrückenden Sommer noch wärmer. Die Luft in den Zelten lädt sich mit der Hitze auf und legt sich wie eine heiße, verschwitzte Hand um den Hals und die Lungen japsen nach Sauerstoff. "Als alleinstehende Frau gehört es sich für mich nicht, das Zelt offen stehen zu lassen." Zahra Rostam Abadi rückt sich das Kopftuch ein wenig zurecht. "Es kommen viele fremde Männer vorbei."

 

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© Martin Ebbing 2004