Gespräche sollen wiederbelebt werden
12. November 2006 - 07:54
Bei den Gesprächen, die der iranische Chefunterhändler Ali Larijani Freitag und Samstag in Moskau geführt hat, stand offensichtlich das russische Bemühen im Mittelpunkt, die Verhandlungen über Verhandlungen wieder zu Leben zu erwecken. Diesen Eindruck vermitteln die Nachrichtenagenturen, ohne allerdings zu verraten, ob die russische Seite dabei Erfolge erzielt hat.
“We will push for our common goal — the resumption of talks with six nations,” Lavrov said after the meeting with the Iranian nuclear negotiator, Ali Larijani, according to the ITAR-Tass and Interfax news agencies.
Lavrov said Russia and Iran would work to restart talks between Tehran and the five permanent U.N. Security Council members plus Germany.
“We think it’s possible, if there is a goodwill, to find mutually acceptable basis for the resumption of talks on the basis of the proposals of the six and Iran’s response to them,” Lavrov said. (AP)
Mit gutem Willen allein ist es aber offensichtlich nicht getan. Auch Larijani zeigte guten Willen.
Larijani said Iran wanted negotiations to ease the mounting standoff over fears it is seeking nuclear weapons …
… und dann im gleichen Satz hinzu zu fügen …
… but that it would not abandon what he insisted was a peaceful nuclear energy program.
Das Anreicherungsprogramm ist der Punkt, der dem allseitigen guten Willen immer in die Quere kommt.
Auch der russische Präsident scheint zu der Ansicht gelangt zu sein, dass es mit wohlfeilen iranischen Abseitserklärungen nicht getan ist. Auch er steht unter wachsendem ausländischen Druck, weil sich seine Position, man müsse Verhandlungen mit Teheran die Priorität einräumen und alles vermeiden, was den Iran verstimmen könnte, immer schwieriger aufrecht zu erhalten ist, wenn sich Teheran nicht bewegt.
Irans Haltung hat sich in den letzten Wochen eher noch verhärt. Es wird nur noch von dem angeblich im Atomwaffensperrvertrag verbrieften Recht auf Anreicherung gesprochen. Der Satz, man sei bereit, den Besorgnissen der internationalen Gemeinschaft Rechnung zu tragen, kommt nicht mehr vor. Statt dessen wird immer lauter damit gedroht, alle Gesprächsbereitschaft zu beenden, wenn der Sicherheitsrat Sanktionen beschließen sollte.
Aus diesem Grund dürfte Putin sich wohl die Zeit genommen haben, selbst am Samstag ein Wörtchen mit Larijani zu reden. Ob es gefruchtet hat, war nicht in Erfahrung zu bringen.
Zweifel sind angebracht, denn anderenfalls hätte eine der beiden Seiten Fortschritte zu erkennen gegeben, denn Russland wie der Iran wären beide sehr glücklich darüber, wenn es gelingen würde, ein wenig Bewegung in die Frage der Verhandlungen zu bringen. Dem Befürwortern von Sanktionen im Sicherheitsrat wäre einstweilen mal wieder der Wind aus den Segeln genommen und während noch über die Bedingungen von Gesprächen verhandelt wird, könnte der Iran selenruhig weiter Zentrifugen montieren. Und auch Deutschland und Frankreich wären nicht unglücklich darüber, wenn sich in letzter Minute doch noch eine Alternative zu Sanktionen eröffnen würde.
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