Elaine Sciolino präsentiert heute in der NYT ein paar Interna aus dem Gespräch, das EU Außenbeauftragter Javier Solana mit dem neuen iranischen Chefunterhändler Saeed Jalili am Freitag in Paris geführt hat.
In a sign that Iran has hardened its position on its nuclear program, its new nuclear negotiator said in talks in London on Friday that all proposals made in past negotiations were irrelevant and that further discussion of a curb on Iran’s uranium enrichment was unnecessary, senior officials briefed on the meeting said.
Vorab war schon erwartet worden, dass Jalili eine härtere Linie fahren wird als sein Vorgänger Ali Larijani, aber was die europäischen Vertreter dann erleben mussten, dürfte sie wohl doch einigermaßen überrascht haben.
The first hour and a half of the meeting on Friday was described as a monologue, with Mr. Jalili speaking about the will of the Iranian people to support uranium enrichment, theology, God, even his doctoral thesis, according to several officials, who spoke on the condition of anonymity under normal diplomatic rules.
“Jalili said, ‘Everything in the past is past, and with me, you start over,’” an official said. “He said, ‘None of your proposals has any standing.’”
Klammer auf: Zu schade, dass wir nicht wissen, worin diese Vorschläge bestanden haben. Klammer zu.
Klammer auf: Wer längere Zeit hier im Iran die Reden von Offiziellen über sich ergehen lassen musste, wird Vertrautes wiedererkennen. An Selbstgefälligkeit grenzende Monologe, die wenig mit der Sache, aber viel mit der beschränkten Wahrnehmung der Außenwelt des Redner zu tun haben; schwer auszumachender Wille zum Dialog und die Position der Gegenseite auch nur in Erwägung zu ziehen. Klammer zu.
Nicht selten dienen diese Redeschwälle auch dazu, nicht gezwungen zu sein, sich auf konkrete Punkte einlassen zu müssen – vor allem wenn man seine eigenen Hausarbeiten nicht gemacht hat und die Fakten ein wenig wackelig sind.
In the meeting in London, Mr. Jalili contended that the atomic energy agency had sent a letter to Iran saying that the case involving suspicious activities in Iran’s program of centrifuges was “closed.”
“We have solved all our problems with the agency,” an official involved in the negotiations paraphrased Mr. Jalili as saying.
Das trifft nun mit Sicherheit nicht zu.
Jalili wiederholte auch noch einmal eine Position, die Präsident Ahmadinejad schon bei der UN Generalversammlung im September vertreten hatte (und von der gemunkelt wird, Jalili sei ihr geistiger Urheber).
The official also said that Mr. Jalili had declared, “There is no longer an Iranian nuclear problem,” and had added that the only interlocutor recognized by Iran from now on would be the International Atomic Energy Agency.
Natürlich trifft auch dies nicht zu, denn die Kontroverse um das iranische Nuklearprogramm ist eine Kontroverse um das Regime in Tehran. Deshalb wird sich keine „technische“ Lösung (IAEA) sondern nur eine politische Lösung finden lassen.
Aber die Jalilis Botschaft ist eindeutig. Die Ahmadinejad Fraktion gräbt sich immer tiefer ein.