Auf amerikanischen Druck hin wird die Commerzbank ab 31. Januar keine Dollartransaktionen für iranische Finanzinstitute mehr vornehmen.
“Wir haben uns entschlossen, unser Dollar-Engagement mit iranischen Banken zum 31. Januar zu beenden”, sagte ein Commerzbank-Sprecher am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht des “Wall Street Journal”. Die Commerzbank ist das letzte europäische Finanzinstitut, das umfangreiche Dollar-Zahlungen für den Iran abgewickelt hat und dies nun beendet. (FTD)
Im September letzten Jahres hatte Commerzbank Chef Klaus-Peter Müller einen solchen Schritt noch abgelehnt, aber am Ende hat die Drohung, wichtige Geschäfte mit den USA zu verlieren, wohl den Ausschlag gegeben.
Das Ende der Dollartransaktionen bedeutet nicht das Ende der Geschäfte mit dem Iran. Transaktionen in Euro wird die Commerzbank wie auch andere Banken, die auf US Druck den Dollarhandel aufgegeben haben, weiter durchführen.
Der Iran kann also weiterhin seine Waren in Euro oder auch Yen verkaufen. Allerdings ist dies mit einer Reihe von Unbequemlichkeiten verbunden, da der Handel mit Gas und Rohöl, den beiden größten Exportprodukten in Dollar abgewickelt wird.
Teheran hatte bereits im auf den drohenden Ausschluss vom Dollarmarkt mit der Ankündigung reagiert, in Zukunft nur noch Transaktionen auf der Basis des Euros durchzuführen sowie sein gesamtes internes Rechnungssystem auf Euro umstellen zu wollen.
Das Handelsblatt schreibt heute, der amerikanische Druck zeige schon negative Auswirkungen für das deutsche Irangeschäft.
Nun bangen auch deutsche Unternehmen aus anderen Branchen um ihr traditionell gutes Iran-Geschäft. Die Folgen des verschlechterten Klimas sind schon deutlich spürbar: Die deutschen Ausfuhren nach Iran sanken 2006 deutlich – in den ersten drei Quartalen um 14 Prozent.
Laut Handelsblatt ist auch die Bundesregierung von der amerikanischen Vorgehensweise nicht sehr erfreut.
Die Bundesregierung verfolgt das US-Vorgehen mit Sorge. Zum einen ist es die Berliner Strategie in den Iran-Verhandlungen, die Sanktionen gegen Iran nur schrittweise zu verschärfen und dabei möglichst alle Länder, also auch China und Russland, mitzunehmen. Dieses Ziel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch nach dem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Abe nochmals betont. Zum anderen lehnt die Bundesregierung aber grundsätzlich den Versuch der US-Regierung ab, amerikanisches Recht auch über die Landesgrenzen hinaus durchzusetzen.
Gemeint sind US Entscheidungen wie das Verbot von Geschäften mit iranischen Banken, das nicht nur für die US Banken sondern auch für US Bürger in ausländischen Banken gilt. Gestern wurde ein solches Verbot gegen die Bank Sepah ausgesprochen.
Kleine Anmerkung: das Gejammer, dass die USA nun deutsche Firmen aus dem Irangeschäft drängen, wie das Handelsblatt seinen Artikel titelt, ist ein wenig heuchlerisch. Deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren sehr gut davon profitiert, dass sich die Amerikaner durch ihre einseitige Sanktionspolitik mehr oder weniger selbst von diesem lukrativen Markt ausgeschlossen haben.