Suleimani in der Green Zone
Da ich in der Vergangenheit gern die Artikel von Gareth Porter zitiert habe, weil er nach meiner Ansicht ein sehr sorgfältiger Rechercheur ist, sollte ich auch einen neuen Text von ihm nicht unterschlagen, der einige Details zum iranischen Einfluss im benachbarten Irak präsentiert.
Ich bin zwar nach wie vor gegenüber allen „Enthüllungen“ skeptisch, die behaupten, Teheran würde nahezu jeden und alle im Irak mit Waffen und Know-how für terroristische Anschläge ausrüsten, aber schaden wird es sicher nicht, wenn man diese Informationen (?) zur Kenntnis nimmt.
Porter versucht zu erklären, warum die Regierung von Nuri al-Maliki in Bagdad gegenüber Washington immer selbstbewusster auftritt und in dem neuen Abkommen zur Stationierung amerikanischer Truppen im Irak auf einen Termin für den Abzug der USA besteht. Das UN Mandat läuft Ende dieses Jahres aus und soll nicht verlängert werden.
Laut Porter hat Washington al-Maliki schlicht falsch eingeschätzt.
Contrary to the administration’s claims that it was helping the regime remain independent of Iran, al-Maliki was far closer to Tehran than to Washington from the beginning. As a team of McClatchy newspaper reporters revealed last April, the choice of al-Maliki as prime minister was the direct result of the mediation by Gen. Qassem Suleimani, commander of the Iranian Revolutionary Guard Corps Qods Force, in the negotiations within the coalition that had won the December 2005 parliamentary election.
Washington didn’t learn that Suleimani had slipped into the green zone until later, according to the McClatchy report.
Dass der Kommandant der Qods-Einheit der Revolutionären Garden sich direkt ins Zentrum der US Besatzung geschlichen haben soll, ist an mir vorbei gegangen und leider kann ich auf die Schnelle diesen McClatchy-Bericht nicht finden.
Die folgenden Zusammenhänge sind aber in verschiedenen anderen Medien schon berichtet worden, resp es wurde über eine entsprechende iranische Rolle spekuliert.
The Mar. 7 U.S. draft of the Status of Forces Agreement (SOFA) and the U.S. military drive in Shiite territory brought the conflict of interests between the al-Maliki regime and the Bush administration to a head in 2008. In mid-March, Al-Maliki rejected a Petraeus plan for a massive joint operation against the Sadrists in Basra, which would have increased Iraqi dependence on U.S. troops.
Instead, al-Maliki launched his own operation in Basra that was planned to last only a few days. Then, in a move that appears to have been prearranged with Suleimani, Iraqi officials were dispatched to Iran to get Suleimani’s help in mediating a peace agreement with Sadr.
The result was a Sadrist retreat from Basra, even though Iraqi security forces had not been able to cope with the Mahdi Army resistance. That headed off a major U.S. troop presence in the Shiite south and strengthened al-Maliki’s position in negotiations with Washington.
The Basra agreement set the stage for the subsequent accord between al-Maliki and Sadr, again reached with Iranian mediation, for a ceasefire in Sadr City on May 12. The agreement prevented the U.S. command from getting the large-scale U.S. campaign in Sadr City for which it had been pushing for more than a year.
The carefully calculating Sadr had been convinced to trade short-term military success for the prospect of a U.S. military retreat.
Sollte diese Darstellung zutreffen, was ist dann von den nach wie vor auftauchenden Meldungen zu halten, Tehran trainiere weiterhin Aufständische? Aufständische gegen wen? Die nun Schritt um Schritt abziehenden US Truppen – um ein Argument zu liefern, die Amerikaner müssten doch bleiben, um einen Rückfall ins Chaos zu vermeiden?
Aufständische gegen al-Maliki, wo es laut Porter doch so aussieht, als betreibe der irakische Premierminister gerade eine Politik, die ziemlich exakt den iranischen Interessen entspricht?
gepostet am 1. September 2008 um 09:50 von unter Irak. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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