IMF: Sanktionen beeinträchtigen iranische Wirtschaft

Der IMF veröffentlichte gestern seinen Bericht zu den jährlich stattfindenden Treffen zwischen Vertretern des Funds und Vertretern des Irans, bei denen es um Grundprinzipien der wirtschafts- und finanzpolitischen Ausrichtung geht. Solche Treffen sind Routine und finden mit allen IMF Mitgliedern statt.

Diese Papiere sind nicht unbedingt ein Lesegenuss und werden so abgefasst, dass die Verantwortlichen der Länder, um die es jeweils geht, nicht wie inkompetente Idioten dastehen.

Deshalb fällt auf, dass der Bericht notiert, dass die unterschiedlichen Sanktionen gegen den Iran durchaus eine Wirkung haben.

Intensified international pressures on Iran have negatively affected economic activity. UN and U.S. sanctions against certain Iranian institutions have created difficulties for trade financing and payments, discouraged foreign investment, and adversely affected the profitability of the targeted financial institutions.

Der Iran weicht diesem Thema gerne aus oder behauptet, die Sanktionen würden wirkungslos verpuffen.

Der Bericht geht auf die Sanktionen ansonsten nur noch am Rande an, wenn es beispielsweise um die sinkende Profitabilität bestimmter iranischer Banken oder die Gründe für die ansteigende Inflation geht.

Der Druck hat derzeit aber sicher noch nicht den Punkt erreicht, an dem er den Iran wirtschaftlich in die Knie zwingt.

Real GDP is estimated to have grown by 6.6 percent in 2007/08 (fiscal year ends on March 20), and gross official reserves reached $82 billion (12 months of imports) by the end of the fiscal year.

Die kurzfristigen Aussichten für die iranische Wirtschaft werden trotz vielfältiger, meist hausgemachter Probleme als nicht schlecht eingeschätzt.

The short-term growth outlook is good, but on current policies the staff envisages that inflation would remain at about 25 percent. Over the medium term, real GDP growth is projected to moderate to 4–5 percent a year, in part reflecting stagnant oil production. The medium-term external position is very sensitive to the oil price assumptions.

Der Ölpreis ist für den Iran selbstredend die zentrale wirtschaftliche Größe. In einem zweiten Papier des IMF, in dem verschiedene Modellrechnungen angestellt werden, sagen die Experten des Funds folgende Entwicklungen abhängig vom Ölpreis voraus.

According to IMF economic simulations, if Iranian economic policies remained the same and prices for Iranian crude prices decline to $85-$90 a barrel, Iran’s growth potential would dwindle, a budget deficit would require central bank financing and the economy’s vulnerabilities would increase.

On the other hand, should oil prices for Iranian crude stay above $110 per barrel, Iran would register a significant current account surplus and would accumulate about $190 billion of gross official reserves by end-2013/14, it said.

But if oil prices for Iranian crude fell to $75 per barrel, the country would register current account deficits in the medium term, which would be unsustainable because of Iran’s limited access to international financial markets, the IMF added. (Reuters)

Kommentare

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  1. von
    knt
    am
    15. August 2008 um 19:48 Uhr

    6.6% Wirtschaftswachstum trotz Sanktionen?! Da kann Deutschland aber neidisch aus der Wäsche gucken!

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