Ahmadinejad sucht nach Gemeinsamkeiten
28. July 2008 - 23:24
Der amerikanische TV Sender NBC kam heute nach Teheran, um für seine Frühstückssendung Präsident Mahmoud Ahmadinejad zu interviewen. Dies allein schon ist im Iran, wo die ausländische Presse im Prinzip als feindlich angesehen wird, ein politisches Signal.
Und dann gab sich Ahmadinejad sogar noch äußerst entgegenkommend. Zu den Aussichten auf mögliche Verhandlungen zwischen dem Iran und den P5+Deutschland sagte er:
“They submitted a package and we responded by submitting our own package,” Ahmadinejad said through an interpreter in an excerpt of the NBC interview aired on Monday.
“It’s very natural. In the first steps, we are going to negotiate over the common ground as they exist inside the two packages. If the two parties succeed in agreeing over the common ground, that will help us to work on our differences as well, to reach an agreement.” (Reuters)
Die Absicht, nach Gemeinsamkeiten suchen zu wollen, ist nicht nur aus seinem Munde ungewöhnlich versöhnlich, sondern fasst auch noch einmal die iranische Verhandlungsstrategie zusammen: erst einmal bei den Themen anfangen, die nicht sonderlich kontrovers sind, und so die Einigungsbereitschaft beider Seiten testen. Darauf aufbauend dann langsam zu den kontroversen Fragen übergehen.
Klingt gut, hat aber den entscheidenden Nachteil, dass dies die P5+Deutschland nicht akzeptieren werden. Sie werden nicht mit Teheran monatelang über Terrorismusbekämpfung oder die Eindämmung des Drogenschmuggels reden, während in Natanz weitere Zentrifugen aufgestellt werden.
Wenn das ganze Unternehmen nicht erneut platzen sollte, dann muss der Iran ein deutliches Zeichen geben, dass er bereit ist, auch in der Atomfrage einzulenken. Das muss nicht notwendig ein Verzicht auf die eigene Urananreicherung bedeuten, aber es muss von Teheran etwas auf den Tisch gelegt werden, das klar macht, dass man die Besorgnis der P5+Deutschland (und vieler anderer) ernst nimmt und bereit ist, an einer für alle zufriedenstellenden Lösung zu arbeiten.
Eine gute Woche bleibt dafür noch Zeit und viele Chancen, eine weitere Eskalation zu vermeiden, wird es vorerst nicht mehr geben.
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