Pläne für einen nuklearen Sprengkopf

Ein Bericht des US Waffenexperten David Albright vom Institut for Science and International Security (ISIS) in Washington sorgt für einige Aufregungen.

American and international investigators say that they have found the electronic blueprints for an advanced nuclear weapon on computers that belonged to the nuclear smuggling network run by Abdul Qadeer Khan, the rogue Pakistani nuclear scientist, but that they have not been able to determine whether they were sold to Iran or the smuggling ring’s other customers. (NYT)

Es geht um etwa 30.000 Dokumente (mehr als 1.000 Gigabyte), die auf Computerfestplatten im Besitz der beiden Schweizer Brüder Urs und Marco sowie ihrem Vater Friederich Tinner gefunden wurden.

Die Schweizer werden verdächtigt, zum Schmuggel-Network von Abdul Q. Khan zu gehören.

Es ist nicht so furchtbar schwierig, in den Besitz von Bauplänen zu gelangen, mit denen man tatsächlich eine Atombombe bauen kann. Das Besondere an den Tinner-Plänen ist, dass sie für einen recht schmalen, aber dennoch sehr wirkungsvollen Sprengkopf gedacht sind. Es reicht nicht aus, einen solchen Sprengkopf zu bauen, sondern er muss auch mit einer Rakete in das beabsichtigte Ziel gebracht werden.

An dieser Stelle nun kommen der Iran, Nord-Korea und mögliche andere Abnehmer ins Spiel.

“These would have been ideal for two of Khan’s other major customers, Iran and North Korea,” wrote Albright, now president of the Washington-based Institute for Science and International Security. “They both faced struggles in building a nuclear warhead small enough to fit atop their ballistic missiles, and these designs were for a warhead that would fit.” (WP).

Dass der Iran Blaupausen sowie Gerät von Khan-Network bekommen hat, steht außer Zweifel. Offen ist aber, was Teheran aus diesen dunklen Quellen alles bezogen hat.

Albright formuliert recht vorsichtig, diese Pläne „wären ideal für .. den Iran“ – vorausgesetzt (was Albright suggeriert) Teheran wolle eine Bombe bauen. Bis dato sind derartige Pläne nicht gefunden worden – was weder ein Beweis dafür ist, dass sich der Iran für die Tinner-Unterlagen interessiert hat, noch ein Grund zur Entwarnen.

Bislang ist von der IAEA in den Händen des Irans nur eine mehrseitige handschriftliche Skizze eines nuklearen Sprengkopfes gefunden worden. Teheran behauptet, diese Papiere seien von den Khan-Leuten ungefragt mitgeliefert worden. Die Angelegenheit gehört zu den noch offenen Fragen, die die IAEA weiter untersucht.

Die Dokumente sind inzwischen (noch vor Schluss der Verfahren gegen die Tinners) von den Schweizer Behörden unter der Aufsicht der IAEA vernichtet worden. Ungeklärt ist, ob dies nicht vielleicht zu spät ist, denn Computerdateien lassen sich bekanntermaßen recht mühelos kopieren.

Kommentare

Es ist kein Kommentar vorhanden. Kommentar hinzufügen!

Kommentar schreiben

Alle mit * gekennzeichneten Felder sind erforderlich. Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.