Bush: Verhandlungen mit Iran “appeasement”
US Präsident George W. Bush ist der Ansicht, Verhandlungen mit dem Iran kommen den verhängnisvollen Versuchen gleich, vor Beginn des 2. Weltkrieges Adolf Hitler mit Diplomatie von seinen aggressiven Absichten abzuhalten.
U.S. President George W. Bush on Thursday decried his critics’ calls for negotiations with Iranian President Mahmoud Ahmadinejad as comparable to the “appeasement” of Adolf Hitler before World War Two. …
“Some seem to believe that we should negotiate with terrorists and radicals, as if some ingenious argument will persuade them they have been wrong all along. We have heard this foolish delusion before,” Bush said.
“As Nazi tanks crossed into Poland in 1939, an American senator declared: ‘Lord, if only I could have talked to Hitler, all of this might have been avoided.’ We have an obligation to call this what it is — the false comfort of appeasement, which has been repeatedly discredited by history,” he added. (Reuters)
Bush hielt diese Rede im israelischen Parlament aus Anlass der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestages der Gründung des Staates Israel.
Bush ist schon in der Vergangenheit nicht allzu fundamentierte historische Kenntnisse aufgefallen. Die Analogie von Ahmadinejad mit Hitler ist so schief, dass sie sich nicht einmal auf drei Beinen halten könnte. Weder hat das Teheraner Regime in der Vergangenheit einen Völkermord begangen, noch ist es ihr erklärtes Ziel. Der Iran will (resp einige Kräfte hier) den Staat Israel „aus den Seiten der Geschichtsbücher streichen“. Nicht die Juden.
Zum anderen haben die USA in der Vergangenheit mit einer Reihe von Diktatoren verhandelt oder sie sogar unterstützt, wenn es den eigenen Interessen diente. Die Reihe reicht von brutalen Herrschern quer durch Lateinamerika, Asien und Afrika bis hin zum jüngsten Verhandlungsschluss mit dem Regime in Nord-Korea.
Und wenn Bush nicht mit Teheran reden will, was will er denn? Eine Schwächung des Regimes durch zunehmenden Druck, den die USA gar nicht auszuüben in der Lage sind? Mit welchem Ziel? Die Kapitulation des Irans?
Unter solchen Vorzeichen ist das neue Verhandlungsangebot, an dem offensichtlich immer noch gefeilt wird, schon vor Ankunft in Teheran zum Scheitern verdammt.
Die Formulierung „Die USA suchen eine diplomatische Lösung des Atomkonfliktes“ sollte er ehrlicherweise in der Zukunft aus seinem Repertoire streichen.
gepostet am 16. May 2008 um 07:04 von unter Diplomatie, USA, George W. Bush. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
Kommentare
Es ist kein Kommentar vorhanden. Kommentar hinzufügen!