Baraks Beweise
Am Rande des World Economic Forum in Davos gab der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak NEWSWEEK ein Interview, in dem selbstverständlich auch um das iranische Atomprogramm ging.
Barak erklärt darin
We think that they [die Iraner; ME] are quite advanced, much beyond the level of the Manhattan Project. We suspect they are probably already working on warheads for ground-to-ground missiles which are much more sophisticated than those carried by the Enola Gay [the airplane that dropped the atomic bomb on Hiroshima]. They are clearly developing missiles, and there is no reason to develop missiles that can fly 1,500 miles if you just want to … it’s usually for unconventional warheads.
Dazu würde mir dann die Jericho 3 einfallen, eine ballistische Rakete, die eine Reichweite zwischen 3.000 und 4.000 Meilen haben soll und Mitte Januar von Israel erfolgreich getestet wurde.
Der Interviewer stellt die andere naheliegende Frage.
Do you have intelligence to prove that?
We don’t know if they have enough enriched uranium. Probably they cannot build it, but they are working on the technology for warheads. The only challenge is to have enough weapons-grade enriched uranium or plutonium, which they probably don’t have, but they are working on this as well. We suspect that probably they have another clandestine enrichment operation beyond the one in Natanz.
Barak weiß nicht, ob der Iran eine ausreichende Menge hochangereichertes Uran, vermutet aber, dass der Iran noch irgendwo eine geheime Anreicherungsanlage betreibt. Beweise nennt er dafür ebenso wenig wie für die Behauptung, Teheran arbeite an der Entwicklung eines nuklearen Sprengkopfes.
Der Interviewer hakt noch einmal nach.
We don’t know enough, but there is no other way to interpret what we see. The dots that we see on the screen cannot be easily connected in a way that does not lead to a nuclear program. We think it is still a major challenge for the world.
Die Behauptungen reduzieren sich nur auf die “Interpretation von Punkten auf dem Bildschirm”, wobei Barak gleichzeitig eingesteht „Wir wissen nicht genug“.
Dann fügt er an:
The leading intelligence communities should concentrate on finding whether there is or is not a clandestine enrichment operation and a weapons group working on the weapons technology.
Ob oder ob nicht??
Politiker in der ganzen Welt haben die Eigenschaft, Behauptungen aufzustellen, die sie nicht beweisen können. Aber wenn man Verteidigungsminister eines Landes ist, das damit droht, auf keinen Fall zuzulassen, dass Teheran in den Besitz einer Atombombe gerät, und dabei auch eine militärische Operation nicht ausschließt, sollte man nur Aussagen treffen, die sich nicht bei der ersten Gegenfrage als heiße Luft herausstellen.
gepostet am 26. January 2008 um 19:53 von unter Israel. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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