US Kongress verlängert Mittel für Demokratieprogramm

20. December 2007 - 07:44

Der amerikanische Kongress hat die finanziellen Mittel für das „Demokratieprogramm“ für den Iran in gleicher Höhe von 75 Million USD für ein weiteres Jahr fortgeschrieben.

Dieses Programm wird vom Regime in Teheran wie von Kritikern weniger als Hilfe für demokratische Entwicklungen im Iran sondern mehr als ein nur schlecht getarnter Versuch angesehen, einen Regimewechsel im Iran herbeizuführen. Die iranischen Machthaber reagieren auch schon auf den leisesten Verdacht, jemand werde mit diesen Geldern finanziert, mit Verhaftungen. Von vielen iranischen Oppositionellen wird das Programm deshalb zum einen abgelehnt, weil es sie nur in Schwierigkeiten bringt und/oder weil sie aufgrund der US Politik in Mittleren Osten jede Kooperation mit Washington ablehnen.

Die US Regierung hat deshalb nicht wenig Mühe, überhaupt Gruppen zu finden, die bereit sind, das Geld anzunehmen.

Der größte Teil des Betrages geht zudem an das Farsi-Programm des US Auslandssenders Voice of America sowie an den Radiosender Radio Farda.

Auf Drängen des Mitglieds des Repräsentantenhauses Frank R. Wolf sollen nun 15 der 75 Millionen USD dazu benutzt werden, eine Software zu entwickeln, mit der die Zensur des Internets im Iran ausgehebelt werden kann.

In a unrelated move, lawmakers also cut the administration’s funding request for democracy programs in Iran from $75 million to $60 million, diverting $15 million toward grants for software programmers who specialize in creating programs that thwart Internet firewalls erected by repressive countries such as Iran and China. The idea, which was championed by Rep. Frank R. Wolf (R-Va.), is intended to assist dissidents without making them the target of arrests and harassment. (WP)

Auch da ich mich selbst ständig mit diesen ärgerlichen Filtern und Blockaden herumzuärgern habe: eine gute Idee.

Neue Vereinbarung zu Bushehr

13. December 2007 - 16:22

Nach viele Streitigkeiten haben sich Russland und der Iran auf einen neuen Termin für die Fertigstellung des Atomkraftwerks in Bushehr geeinigt – gab der Chef von Atomstroiexport heute in Moskau bekannt.

“The difficulties with the Iranian client are resolved and we have an agreement on the timetable for construction,” said the head of the Atomstroiexport company, Sergei Shmatko, at a briefing with journalists.

“I will make a more precise announcement on the agreed timetable at the end of December,” he said.

“We absolutely intend to complete Bushehr. Accordingly we will certainly fulfil our obligations to deliver fuel” for the power station, he said. (AFP)

Die Brennstäbe sind bereits für den Transport verpackt und wurden von der IAEA inspiziert.

Unklar ist, ob diese Vereinbarung in einem inhaltlichen Zusammenhang mit der Veröffentlichung des amerikanischen NIE Berichtes zum Iran steht, der Teheran bescheinigt, seit dem Jahr 2003 kein atomares Waffenprogramm mehr zu betreiben.

Termine für die Fertigstellung des Kraftwerkes gab es schon mehr als Finger an einer Hand. In den letzten Monaten war der Eindruck entstanden, Moskau nutze das Projekt, um den Iran dazu zu zwingen, mit der IAEA bei der Aufklärung der noch offenen Fragen zu seinem Atomprogramm zu zwingen. Diese Aufklärung macht nun Fortschritte.

Wann denn nun die Brennstäbe geliefert werden, wollte Shmatko bicht verraten.

Shmatko said the company had decided not to reveal the sensitive delivery date of the nuclear fuel to be used at Bushehr, although it has already been prepared for delivery.

“As we’ve already said the fuel will be delivered about half a year before the technological start up of Bushehr.

“As this theme is too politicised we have decided not to announce the date of delivery of fuel. You’ll hear of the fact of delivery when it’s delivered,” Shmatko said.

Üben wir uns in Geduld. Der Termin wird sicher nicht zuletzt davon abhängen, wie konfrontativ oder kooperativ sich die iranische Führung verhalten wird – Abmachung hin, Abmachung her.

Keine neuen Sanktionen vor 2008

- 06:21

Es sieht nicht danach aus, als ob der UN Sicherheitsrat sich noch in diesem Monat auf eine neue Resolution zu weiteren Sanktionen gegen den Iran einigt.

The delay in the council’s consideration of a third sanctions resolution followed a 90-minute telephone discussion Tuesday of political directors from the U.S., Russia, China, Britain, France and Germany that highlighted the divide among the key players.

“I think it unlikely, unfortunately, that we will be able to make progress during 2007,” Britain’s U.N. Ambassador John Sauers told reporters. “We will come back to this issue in 2008.” …

“I think there are still wide differences between on the one hand, Britain, France, Germany and the United States, on the other hand Russia and China, as to what that something should be” in a new sanctions resolution, Britain’s Sauers said. (AP)

Auch der chinesische UN Botschafter Wang Guangya sieht keine Resolution mehr in diesem Jahr.

China’s U.N. Ambassador Wang Guangya agreed, saying there isn’t much time left in December and discussions are still going on in capitals.

“I think it’s more likely that it will come in January to the Security Council,” he told The Associated Press.

China soll sich vor allem gegen jede Handelsbeschränkung mit dem Iran sträuben, während Russland Sanktionen gegen iranische Banken ablehnt.

Entgegen der Behauptungen aus Washington, man habe trotz der Ergebnisse des NIE Berichtes eine weitgehende Übereinstimmung, dass der Druck gegenüber Teheran weiter aufrecht erhalten und sogar noch verschärft werden müsse, liess Wang erkennen, dass sich nach diesem Bericht die Spielregeln geändert haben.

Wang said last week that the new U.S. intelligence finding that Iran halted development of a nuclear bomb four years ago raised questions about new sanctions against Tehran. “I think we all start from the presumption that now things have changed,” he said.

Auch der US Botschafter bei der UN, Zalmy Khalilzad, räumte ein, dass der NIE Bericht seine Arbeit nicht unbedingt einfacher gemacht hat, China und Russland von weiteren Sanktionen zu überzeugen.

The new National Intelligence Estimate “has not been helpful in speeding us to get … agreement on a resolution” but he said talks among the six countries are continuing and the political directors will decide when to transfer the Iran issue to the council.

Neues Jahr, neues Glück.

Handel mit Russland hat sich verdoppelt

- 01:46

IRNA meldet heute, das Volumen des Handels zwischen Russland und dem Iran habe sich in diesem Jahr verdoppelt.

Volume of Iran-Russia trade and business transactions was equal to 2.294 billion US dollars in the first nine months of 2007, that was doubled compared to the same period in the year 2006.

Die Angaben stammen vom iranischen Botschafter in Moskau, Gholam-Reza Ansari.

He said that Iran’s exports to Russia included vehicles, car spare parts, food stuff particularly dried nuts and fruits, while Iran’s imports from Russia were mainly steel, ironware, and wood.

Heute beginnt in Moskau eine Sitzung der gemeinsamen russisch-iranischen Kommission zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Stimmung scheint sehr optimistisch zu sein.

NIE - Ahmadinejad spricht von „erstem Schritt“

11. December 2007 - 23:22

US Präsident George Bush mag vielleicht auch nach dem NIE Report an seinem nicht sehr erfolgreichen Kurs gegenüber Teheran festhalten wollen, aber der iranische Präsident Ahmadinejad scheint anderes im Sinn zu haben.

Auf einer Pressekonferenz heute in Teheran verzichtete er auf sein sonstiges Triumphgeschrei, und sprach davon, der NIE Bericht sei ein „positiver Schritt“.

“It is a positive step, a step forward,” Ahmadinejad said of the shock report, which contradicted previous White House assertions on the Iranian nuclear programme.

“If they take one or two more such steps the issues will be totally changed and… the way will be paved for the resolution of regional and bilateral issues,” he told a news conference. (AFP1)

Die gesamte Pressekonferenz war durchsetzt mit kaum verdeckten Aufforderungen an die USA, nach dem Bericht nun einen weiteren Schritt folgen zu lassen. In der Fassung von AFP:

The report “provides a good opportunity. It needs to be exploited correctly,” Ahmadinejad told the news conference.

… oder …

“Let us not get into a hurry. Let them (the Americans) follow the step they have taken. One of the steps that need to be taken is a major change in the regional situation,” Ahmadinejad said.

“They need to respect the rights of the countries in the region. If this happens, you will be able to see the results.”

Die neuen, sanften Töne mögen eine Reaktion auf die Kritik im Lande sein, sein konfrontativer Stil führe nur zu wachsenden Spannungen mit den USA und schade dem Iran. Möglich auch, dass sich ein nicht geringes Maß an arroganter Selbstgewissheit untergemischt hat, aber es würde sich sicher lohnen, genauer zuzuhören und zu beobachten, ob es noch weitere Signale des Präsidenten gibt, einen Ausgleich mit den USA suchen zu wollen.

Die Formulierung „Lösung von regionalen und bilateralen Fragen“ legt die Vermutung nah, dass Ahmadinejad es ernst meinen könnte.

Die Reaktion aus Washington:

“We totally agree with the Iranian president. One or two more steps are needed. Let’s start with Iran suspending it’s uranium enrichment process and go from there,” said White House spokesman Gordon Johndroe. (AFP2)

Am kommenden Montag sollen im übrigen die Gesprächen beider Seite über den Irak fortgesetzt werden.