NCRI behauptet, Waffenprogramm sei aktiv

Der Nationale Widerstandsrat des Irans (Englisch National Council of Resistance, NCRI) nutzte heute die Chance, nach Veröffentlichung des NIE zum Iran auf sich aufmerksam zu machen.

Der NCRI hatte auf einer Pressekonferenz im Jahr 2002 die Existenz eines geheimen Nuklearprogramms im Iran enthüllt. Die Organisation erklärte, die Kenntnisse gingen auf eigene Quellen im Iran zurück, glaubhafter erscheint aber, dass sie von interessierter Seite mit den entsprechenden Informationen versorgt worden sind.

Der Rat ist der politische Arm der Volksmudjahedin, einer linksislamischen Organisation, die gegen den Schah kämpfte, nach der Revolution von Khomeini blutig verfolgt wurde und heute zu einer Art Politsekte degeneriert. In Europa und den USA wird der NCRI auf der Liste der terroristischen Organisationen geführt. Nachdem die Volksmudjahedin in den 80er Jahren eine Reihe von erfolgreichen Anschlägen auf politische Führer durchgeführt haben, stehen sie beim iranischen Iran ganz oben auf der Liste der Staatsfeinde.

Seit 2002 haben sie immer wieder neue „Enthüllungen“ zu einem iranischen Waffenprogramm veröffentlicht (beispielsweise hier und hier), die sich aber nicht als zutreffend herausgestellt haben.

Auf einer Pressekonferenz heute behauptete ihr Sprecher Mohammad Mohaddessin, die Feststellung des NIE, der Iran habe im Jahr 2003 seine Arbeit an einer Atombombe eingestellt, treffe nicht zu.

Mohaddessin said the NCRI agreed with the NIE assessment that activities were suspended in 2003, and specified that in March 2003 Iran closed down a weaponization site in Lavisan, northeast Tehran, fearing it might be detected.

But it transferred the weapons activities to a new site in Lavisan and later to two additional sites, information the NCRI had made public from November 2004 onwards, he said. …

Mohaddessin said the new Lavisan site hosted research on laser enrichment of uranium, while two whole-body counters — used for detecting radiation — were in use at a university in the central city of Isfahan and a hospital outside Tehran.

He said Iran continued research after 2003 on a bomb initiator and on other technologies that could be used in a nuclear bomb. (Reuters)

Wie das halt mit geheimen Anlagen ist: nachprüfen lässt sich dies nicht. „Whole-body counters“ sind auch nicht unbedingt ein unbedingt ein stichhaltiger Beweis für ein Waffenprogramm sondern allenfalls ein Hinweis darauf, dass dort mit radioaktiven Substanzen gearbeitet wird.

Die IAEA wäre allerdings in der Lage, bei soliden Verdachtsmomenten die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Aber der NCRI zieht es vor, seine „Informationen“ lieber auf Pressekonferenzen zu verkünden als sie an die Inspektoren in Wien weiterzuleiten.

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