US, Irak + Iran

Iraks Premierminister Nuri al-Mailiki ist zu Besuch im Iran und wurde bei der Gelegenheit gestern auch von Revolutionsführer Ayatollah Ali Khameine-i empfangen.

Khameine-i sagte Maliki die volle Unterstützung der „populären (??) Regierung“ des Iraks zu (natürlich) und fügte (natürlich hinzu):

The Supreme Leader underlined the presence of occupying military forces as the gravest disaster in the neighboring country and said the occupiers pretend that Iraq would be destroyed if they leave the country while their withdrawal would in fact leave the field clean for Iraqi authorities to do their best to solve their problems. (IRNA)

Ein instabiler Irak, in dem man großen Einfluss ausüben kann, ist Teheran (natürlich) lieber als US Truppen vor der Tür.

Maliki bedankte sich überall artig (und hatte dabei wohl der Gedanken im Hinterkopf, dass in Teheran die Pläne für die Zeit nach Maliki schon in der Schubladen liegen), vermied aber den Fehler des afghanischen Präsident Hamid Karai, seine engen Beziehungen zu Teheran zu öffentlich zur Schau zu stellen.

Aber so viel musste dann doch sein:

Maliki was also quoted by Iranian state media as praising Iran’s “constructive” role in “fighting terrorism” in Iraq — a statement Bush moved swiftly to contradict. (AFP)

Das hätte er natürlich nicht sagen dürfen. Schließlich werfen die USA dem Iran seit geraumer Zeit vor, die Aufständischen im Irak mit Waffen, Training und Geld zu unterstützen und suggerieren immer wieder, dass der Iran neben Syrien einer der großen Störenfriede sei, der die Stabilisierung des Iraks hintertreibe.

Als schritt Bush erneut vor die TV Kameras, um nach Karzai auch Maliki einen Rüffel zu erteilen.

Bush, holding a pre-vacation press conference, said he was not surprised at pictures showing cordial meetings between Maliki and top Iranian leaders in Tehran but that he hoped the prime minister was delivering a tough message.

“You don’t want the picture to be kind of, you know, duking it out,” when on a diplomatic mission he said, putting up his fists like a boxer.

“If the signal is that Iran is constructive, I will have to have a heart to heart with my friend the prime minister because I do not believe they are,” Bush said.

Bush cited Iran’s support for Lebanon’s Shiite militant group Hezbollah; Tehran’s suspect nuclear program; and Iranian President Mahmoud Ahmadinejad’s anti-Israel warnings, which he said Washington “cannot live with.”

Der Vorwurf, der Geld- und Waffelieferung muss ihm in dem Moment entfallen sein.

Gedacht mag er vielleicht auch nicht mehr daran, dass sich sein Botschafter in Bagdad mit der iranischen Gegenseite schon zweimal getroffen hat, um über eine Stabilisierung der Iraks miteinander zu beraten.

Es wirkt schon befremdlich (um einen milden Ausdruck zu verwenden), dass sich das Weisse Haus beharrlich weigert, die Rolle der Irans gegenüber dem Iran (wie auch gegenüber Afghanistan) in all ihrer Zwiespältigkeit öffentlich anzuerkennen und statt dessen darauf zu bestehen, Teheran weiter zu isolieren zu versuchen.

Eine realistische Politik kann man das nicht nennen. Eher Ideologie. Oder Verbohrtheit.

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