Iran nimmt 15 britische Marines fest
Gegen solche eine Theorie spricht, dass es sehr lange dauerte, bis das Außenministerium überhaupt zu dem Vorfall öffentlich Stellung bezog. Ein Grund dafür mag Nowrouz, das iranische Neujahr, sein, zu dem das offizielle Teheran 13 Tage lang in einen Tiefschlaf versinkt. Alle Behörden und öffentlichen Einrichtungen sind für mindestens eine Woche geschlossen. Zeitungen erscheinen 14 Tage lang nicht.
Entscheidend ist, dass das Außenministerium auf den Zwischenfall nicht vorbereitet war. Warum sonst das lange Schweigen. Bis zur Stunde hat das Regime seine Propagandamaschine nicht in Gang gesetzt, sondern hält sich mit Stellungnahmen zurück.
Der Persische Golf und die daran verlaufenden Grenzen sind für Teheran eine höchstsensible Angelegenheit. Wehe dem, der den Persischen Golf fälschlich als Arabischen Golf bezeichnet. Wer dies tut, wird verbannt. So in jüngster Zeit geschehen mit National Geography and dem Economist.
Die iranische Marine sowie die marinen Einheiten der Revolutionären Garden haben strengste Anordnungen, jedermann sofort festzunehmen, der unbefugt in das eindringt, was Teheran als sein Hoheitsgebiet ansieht.
Erst vor 11 Tagen wurde der Deutsche Donald Klein nach vierzehnmonatiger Haft entlassen, nachdem er irrtümlicher in die Gewässer um die zwischen dem Iran den Vereinten Emiraten umstrittene Insel Abu Musa geraten war.
Der Einsatzbefehl dürfte unabhängig von der jeweiligen politischen Großwetterlage gelten. Nicht auszuschließen ist, dass es dem Kommandanten der Revolutionären Garden nach all dem Kriegsgetöse der letzten Wochen ein wenig in den Fingern gezuckt haben mag.
Sollte es sich also, wie ich zu glauben geneigt bin, schlicht um eine Aktion des lokalen Kommandanten gehandelt haben, dann ist dies bei weitem keine gute Nachricht, sondern demonstriert, wie schnell in der gegenwärtigen angespannten Situation ein unbedachter Vorfall eine große Krise auslösen kann.
Nun sind die 15 Briten in iranischem Gewahrsam. Was nun?
Die Versuchung ist für Teheran groß, daraus politisches Kapital zu schlagen.
Möglichkeit Nummer 1: man lässt die Gefangenen ohne viel Aufsehens wieder laufen, um die Spannungen nicht noch weiter anzuheizen. Das ist nicht der iranische Stil. Der Vorfall ist inzwischen zur internationalen Affäre geworden. Eine stillschweigende Freilassung würde in Teheran als Gesichtsverlust gelten.
Möglichkeit Nummer 2: man verlangt von London eine offizielle Entschuldigung, die die britische Regierung aber nicht abgeben wird, weil auch sie hat sich schon zu eindeutig festgelegt hat. Die Gefangenen werden vor Gericht gestellt und zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt. Nebeneffekt: die Angelegenheit wird zu weiteren politischen Konsequenzen führen, da Großbritannien es nicht hinnehmen wird, dass die Soldaten in einem iranischen Gefängnis schmoren.
Es ist auch nicht auszuschließen, dass Teheran die Iraner ins Spiel bringen wird, die von US Truppen im Irak festgenommen wurden, und einen Austausch zu arrangieren versuchen wird. Fragwürdig wäre dabei, welch einen Einfluss London auf Washington hätte, um die USA zu einem solchen Arrangement zu bewegen. Die Antwort aus dem Weissen Haus dürfte wohl eher lauten: „wir belohnen solches Verhalten nicht auch noch”.
Mit dem politischen Kapital dürfte es für Teheran wohl ein wenig schwierig werden.
Wenn man sich in Iran intern auf ein besonnenes Verhalten einigen kann, dann würde ich eine Lösung irgendwo zwischen Möglichkeit 1 und Möglichkeit 2 erwarten. Der Iran wird darauf beharren, dass das Verhalten der Briten illegal war, aber „Nachsicht” zeigen.
PS: Ich muss gestehen, dass die rechtliche Seite dieses Vorfalls für mich ein wenig unklar ist. Genießen beispielsweise Boote, die unter einem UN Mandat operieren, einen besonderen Schutz? Ich werde versuchen, mich schlau zu machen.
gepostet am 23. March 2007 um 21:39 von unter Militärische Optionen, Irak, Großbritannien, 15 Briten Gefangennahme. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
Mhm, spannende Sache - ist eben die Frage, ob sowas nicht zum Anlaß einer weiteren Konfliktsteigerung genommen wird.
Iran meint, daß Eindringen der Briten in Hoheitsgewässer beweisen zu können. Mit den “recording devices” der Britischen Schiffe.
http://www.farsnews.com/English/newstext.php?nn=8601040070 http://www.farsnews.com/English/newstext.php?nn=8601040070 “British Marines Were Fully Aware of Presence in Iran’s Waters”
the british government must learn that the world is not britain and britain is not the world.
though the iranian president is to me a mad king like most of the world leaders, britain must act with care.
if this capture of british sodiers was done by another less threatenen country, the british forces would have been allover them. this should be a lesson to you.
isreal had for the same reasons lebanon and palistine almost completely destroyed. iran is trying you for the same reasons. i hope the world realises this so that the next time such things happen, isreal should be prevented to attack others so that peace can endure.
people are not fools and britain must try to make amends for the destruction it has caused for lots of races and countries; form africa to asia.