Ahmadinejad ohne Neuigkeit
Die von Präsident Mahmoud Ahmadinejad seit Monaten angekündigte „wichtige Neuigkeit” zur Entwicklung des iranischen Atomprogramms blieb gestern aus.
In seiner Rede anlässlich des 28. Jahrestages der islamischen Revolution verteidigte der Präsident zwar das Programm als friedlich und er polemisierte gegen den westlichen Druck, die Urananreicherung einzustellen, aber er vertagte seine Ankündigung auf den 9. April.
Neuigkeitswert hatte allenfalls Ahmadinejads Erklärung, sein Land spiele nicht mit dem Gedanken, aus dem Atomwaffensperrvertrag auszutreten, sondern wolle die Regeln und Vorschriften, die der Vertrag allen Mitgliedern auferlegt, einhalten.
“The Iranian nation is interested in continuing its nuclear activities in the framework of the (International Atomic Energy) Agency’s regulations and treaties,” he said. (Reuters)
So eindeutig hatte Ahmadinejad dies in der Vergangenheit noch nicht gesagt. Verschiedene Stimmen im Iran hatten in der Vergangenheit vielmehr immer wieder angedeutet, dass die Mitgliedschaft im Sperrvertrag überprüft werden müsse, wenn der Westen seinen Druck noch weiter steigere.
Gerechnet worden war damit, dass Ahmadinejad die Installation neuer Zentrifugen in der Anlage in Natanz bekannt geben wollte. Die Arbeiten hierzu haben in den letzten Wochen begonnen, aber noch nicht ein Stadium erreicht, in dem man von einem wirklichen Durchbruch oder Fortschritt sprechen könnte. Bislang ist es den iranischen Technikern noch nicht gelungen, eine neue Kaskade so zusammen zu bauen, dass sie operationsfähig wäre.
Sollte Ahmadinejad Fortschritte in Natanz im Sinn gehabt haben, als er seine „Neuigkeiten” ankündigte, dann wäre dies ein weiterer Hinweis darauf, dass der Iran mit unvorhergesehenen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
Eine andere Erklärung, warum der Präsident nichts zu sagen hatte, könnte das Bemühen der iranischen Führung sein, die gegenwärtige angespannte Situation nicht noch weiter anzuheizen. Jemand mag ihm gesagt haben, er möge ein wenig leiser auftreten.
Eine Kombination beider Erklärungen wäre möglich. Peinlich ist es für Ahmadinejad auf jeden Fall.
gepostet am 11. February 2007 um 19:31 von unter Diplomatie, Technologie, Iran, Mahmud Ahmadinejad. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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