Explosively-Formed Projectiles
There is strong prima face and circumstantial evidence to believe that Iranian-based support included the facilitation of collaboration between Hizbullah bomb-makers and Iraqi Shia militants.
Als eine Quelle führt den National Council for Resistance (NCRI) an, eine iranische Exilantengruppe, die den Mujahadeen Khalq nahe steht. Die NCRI hat auf sich aufmerksam gemacht, als sie im August 2002 die Existenz des bis dahin geheimen iranischen Atomprogramms enthüllte. Allzu oft hat der NCRI allerdings mit seinen Behauptungen auch schon daneben gelegen und zudem steht die Organisation im Verdacht, von Geheimdiensten mit Informationen gefüttert zu werden, die so an die Öffentlichkeit gebracht werden.
Lassen wir die Frage nach der Glaubwürdigkeit des NCRI, denn Knights hat noch andere Quellen.
Very well-placed Iraqi EOD officers [EOD = explosive ordnance disposal = Bombenräumkommandos; ME] have told Jane’s that EFP expertise and technology arrived in Iraq from Lebanon via Iran.
Hinzu kommen noch britische Militärs.
In August 2006, Brigadier James Dutton, commander of UK forces in Basra, told reporters that the “technology certainly, and probably the equipment, is coming through Iran”. Likewise an unnamed UK government official told reporters the same month: “We think it has come from Lebanese Hezbollah via Iran. It is not Hezbollah that woke up one day and said let’s give this to the Iraqis. It is the Iranians who decided to do it”. British military views on the issue are informed by interrogations, capture materiel and numerous interceptions of EFP shipments in the Multinational Division South East (MND/SE) area of operations. UK views on the issue appear to have been reinforced by technical intelligence gleaned from an unexploded EFP that was recovered by UK forces and removed to Fort Halstead, the Government’s forensic explosive laboratory in Kent in April 2006.
Auch hier ein Kreuz am Rand, um später noch einmal darauf zurück zu kommen.
Auch US Militärs gaben an, es gebe eine Verbindung zwischen den EFPs, der Hisbollah und dem Iran.
US Major General Richard Zahner, deputy chief of staff for intelligence at MNFI [Multinational Forces in Iraq; ME], gave an exceptionally detailed press conference on 27 September 2006 in which he laid out the case against Iran. According to Zahner, “rogue elements” of the Sadrist militias and the Supreme Council for Islamic Resistance in Iraq (SCIRI) Badr Organization had become influenced by Iran. Zahner noted that Iranian control over such organizations was fleeting and tied to material inducements, saying: “Nobody in this country stays bought. You’re rented.” Zahner noted that individual militias had “become Iranian-supported and are in the process of being transformed into an Iranian surrogate.” Zahner went on to identify transfer of EFP materiel as a key Iranian inducement to militias. He noted: “when you talk about devices such as EFP, which is almost uniquely Iranian; in fact, the fingerprint of copper plate [liner] being formed in a machine shop. I mean, the pattern is so identical that, you know, we can easily identify it right there.”
Die Herstellungsweise der EFPs ist damit ein Beweis für die Verbindung. Die Kupferplatten, die für den Bau der EFPs verwandt wurden, stammen alle aus der selben Werkstatt und sind professionell gefertigt worden. Nicht klar ist allerdings, warum sich diese Werkstatt im Iran befinden soll.
Weiterer Beweis sei der verwendete Sprengstoff C-4, der die selben Markierungen besitzt wie der Sprengstoff der auf einem Schiff (die Abu Hassan) 2003 beschlagnahmt wurde, das Waffen für die Hisbollah schmuggelte.
Zahner concluded by saying: “Take [the batch number] and go to the Israelis or go to the open archives from our small fishing vessel that was shipping a bloc of military weapons to Hizbollah and compare the labels on the military C-4 in that and tell me if they’re not identical. Then go down to Basra and take a look at all the C-4 blocs that the 10th [Iraqi] Division and the UK have picked up in both caches around and across the border and take a look at the military weapons stockpile. You will see the same red label for each and every one of those.”
Dritter Beweis:
Since August 2005, senior US decision-makers have reported the capture of Arabic-language Hizbullah CD-ROM and videos in Iraq that show the fabrication of explosives into EFP main charges and instruct on the installation of such charges and metal liners into firing pipes.
In meinen Augen nicht so besonders stichhaltig, denn es dürfte nicht so furchtbar schwierig sein, sich diese CDs im Libanon zu besorgen.
Trainer der Hisbollah oder iranische Instrukteure, die die Irakis im Bau der EFPs unterwiesen hätten, wurden aber laut Knights nie aufgespürt. Nach seiner Darstellung wäre dies auch schwierig gewesen, weil ihre Zahl sehr gering gewesen wäre.
[T]he number of Hizbullah specialists involved in EFP production need not have exceeded one or two bomb-makers as the numbers of EFP being detonated in Iraq have rarely exceeded one hundred warheads in a month.
Knights glaubt aber zu wissen, dass
Hizbullah specialists have maintained a minimal footprint on the ground in Iraq and the training of Iraqis in EFP use has mostly taken place in Lebanon and Iran.
Belege? Keine.
Über mehrere Seiten hinweg untersucht Knights dann die Bauweisen der EFP in den verschiedenen Perioden und kommt zu dem Ergebnis, dass Anfangs das Modell „Made in Iran” vorherrschte (= professionell gefertigte Bauteile), später dann Mischtypen auftauchten (einige Teile aus Eigenproduktion, andere „Made in Iran”) und schliesslich dann komplett selbstgefertigte Typen anzutreffen waren.
Knights glaubt auch nachweisen zu können, wo die EFPs im Irak gefertigt wurden, resp. durch welche Schleusen sie ins Land gelangten. Aber lassen wir das. Die Geschichte ist kompliziert genug.
Nur noch ein Aspekt: laut Knights sind die EFPs bei den sunnitischen Aufständischen nie populär geworden.
Der eine Grund sei, dass diese Gruppen zwar auch Zugang zu den Grundkenntnissen besitzen, nicht aber auf die praktische Expertise der Hisbollah zurückgreifen konnten.
According to US military sources, however, Sunni groups have only ever experimented with EFP rather than adopting it as a mainstream tactic. US Major General Richard Zahner noted that: “The Sunnis, by the way, have attempted to copy it and steal and other things off the Internet and have, generally speaking, failed.”
(Der andere Grund ist, dass sunnitische Gruppen andere Sprengkörper sowie Selbstmordattentäter bevorzugen.)
Wenn die Hisbollah der Hauptfaktor war, der die EFPs in den Irak brachte, dann macht diese Überlegung Sinn.
In der Summe beeindruckt der Artikel durch seine Materialfülle, aber dennoch bleiben bei mir eine Reihe von Fragezeichen (hier kommen wir zu den Kreuzen am Rand):
- an den entscheidenden Stellen bleibt Knights die Beleg schuldig. Warum sollte der Iran (via Hisbollah) nun ausgerechnet Splittergruppen der Mahdi-Armee unterstützen, wenn auf der anderen Seite Sadr selbst sicher für jede iranische Unterstützung im Kampf gegen die Amerikaner dankbar gewesen wäre. Und warum sollte Teheran wiederum Sadr unterstützen, wenn es über hervorragende Beziehungen zu Sadrs Hauptrivalen, Hakims SCIRI, verfügt?
Der Verweis auf Ayatollah Haeri suggeriert, dass dieser vielleicht mit der Lieferung von EFPs Sadr-Anhänger auf seine Seite ziehen wollte, aber ganz klar und schlüssig ist dies nicht.
- Wenn der britische Brigadier James Dutton denn so handfeste Beweise für die iranischen Lieferungen hat, warum nahm die britische Regierung dann im Januar dieses Jahres die Blamage auf sich, öffentlich einzugestehen, sie verfüge über derartige Beweise nicht (siehe Independent vom 5. Januar)?
In diesen Tagen will die US Regierung erstmals selbst Beweise liefern. Warten wir es ab (und Dank denjenigen, die sich bis hierher durch diesen Eintrag durchgearbeitet haben).
gepostet am 29. January 2007 um 18:42 von unter Militärische Optionen, Iran, Irak, Hisbollah. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
Jane’s…
Das mit den EFPs ist kalter Kaffee, die TOW wird von den USA bereits seit 1970, also seit 37(!) Jahren in Massenproduktion hergestellt und in fast alle Welt verkauft. Jeder 14-jährige, der in einem Kriegsgebiet aufgewachsen ist kann eine EFP-Mine bauen. Dass man damit “die dickste Panzerung” durchdringen kann ist natürlich Schwachsinn, denn seit rund 20 Jahren sind alle grossen Kampfpanzer standardmäßig mit Reaktivpanzerung gesichert, da hilft EFP gar nix dagegen, im Gegenteil: die Splitter fliegen nach außen und können u.U den Schützen treffen, wenn der zu dicht am Ziel steht und schlechte Deckung hat. Selbst die Panzerfaust-3 der Bundeswehr (echtes Billigheimergerät, bereits seit 89 im Dienst) ist ein EFP. Steht auch alles in dem von dir verlinkten Wikipediaartikeln. Ehrlich gesagt, es wäre verwunderlich, wenn es im Irak keine EFPs gäbe. Man überlege mal selbst. Die RAF hatte sowas schon vor 20 Jahren.
. Im Prinzip natürlich richtig, nur wie gesagt, die Verwendung solcher Fachwörter auf Billiggerät, das man in jeder Garage herstellen kann, wirkt eben lächerlich. Besonders lächerlich in dem Janesartikel auch von “EFP”-Minen zu reden. Ist eben nix anders als zwei unterschiedliche Minen hintereinander gelegt.
Die sensationslüsterne Verwendung solcher Schlagwörter in Janes zeigt nur die miese Qualität der US-Propaganda. Die sollten da echt mal bessere Leute einstellen. Demnächst wird uns eine Molotov-Cocktail noch als “thermobarische” Waffe verkauft
@ njus: Reden wir da wirklich von der selben Sache? Niemand sagt, der Iran / Hisbollah / Iraker hätten die Wirkungsweise solcher EFPs ganz neu entdeckt oder sie hätten eine Waffen ganz neuen Typus entwickelt, sondern es geht um ein Ding, das auf der Grundlage der Funktionsweise von EFPs ein spezifischer Eigenbau ist (leider kann ich hier bei den Kommentaren nicht das entsprechende Fotohochladen).
ME