Nuklearprogramm ein Chaosprogramm

Das iranische Atomprogramm ist ein großes Chaos und weit davon entfernt, tatsäch – so gewünscht – die Mengen an hochangereichertem Uran zu produzieren, die für den Bau einer Atombombe notwendig wären.

Dies ist die Kernaussage eines Artikels von Peter Beaumont im heutigen Observer.

Iran’s efforts to produce highly enriched uranium, the material used to make nuclear bombs, are in chaos and the country is still years from mastering the required technology.

[A] number of Western diplomats and technical experts close to the Iranian programme have told The Observer it is archaic, prone to breakdown and lacks the materials for industrial-scale production.

Probleme gibt es mit der Installation von 3.000 Zentrifugen, die von Teheran eigentlich schon für das letzte Quartal vergangenen Jahres angekündigt war. Obwohl vom Iran immer wieder mit stolzgeschwelter Brust verkündet wird, das Nuklearprogramm sei hausgemacht, stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Zerschlagung des Netzwerks des Pakistaners Abdul Khan, das dem Iran in der Vergangenheit wichtige Hilfe geleistet hat, für Teheran ein großer Rückschlag.

A key case in point is that Tehran originally procured the extremely high-quality bearings required for the centrifuges’ carbon-fibre ‘top rotors’ - spinning dishes within the machines - from foreign companies in Malaysia.

With that source closed down two years ago, Iran is making the bearings itself with only limited success. It is the repeated failure of these crucial bearings, say some sources, that has been one of the programme’s biggest setbacks.

Hinzu kommen die Schwierigkeiten, sich das notwendige Material zu beschaffen.

Iran is also believed to be critically short of key materials for producing a centrifuge production line to highly enrich uranium - in particular the so-called maraging steel, able to be used at high temperatures and under high stress without deforming - and specialist carbon fibre products.

In der Summe, so Beaumont, ist der Iran noch ein gutes Stück von seinen selbstgesteckten Zielen (geschweige denn von einer Bombe) entfernt.

‘The reality is that they have got to the stage where they can run a small experimental centrifuge cascade intermittently,’ said one Western source familiar with the Iranian programme. ‘They simply have not got to the stage where they can run 3,000 centrifuges There is no evidence either that they have been stockpiling low-enriched uranium which could be highly enriched quickly and which would give an idea of a malevolent intent.’

Allerdings wird dies Teheran nicht davon abhalten, weiter stolz imaginäre Fortschritte zu verkünden. In einer guten Woche will Präsident Ahmadinejad aus Anlass der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Revolution einen neuen „Meilenstein” auf dem Weg zum Atomstaat feierlich verkünden. Gemeint ist wohl die Bekanntgabe des offiziellen Beginns der Installation der angekündigten 3.000 Zentrifugen.

Mit solch falsch verstandenen Propagandaaktionen dürfte sich Teheran aber selbst kaum einen Gefallen tun. Wie die Kritiker von Ahmadinejad im eigenen Land zu recht anmerken, führen solche verbalen Provokationen (denen wie im Fall der Zentrifugen jede Substanz fehlen) nur zu einer weiteren Eskalation der Situation.

Beaumont glaubt, eine weitere Zuspitzung sei sicher, ein israelischer Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen sogar wahrscheinlich.

[S]ome involved in the increasingly aggressive standoff over Iran fear tensions will reach snapping point between March and June this year, with a likely scenario being Israeli air strikes on symbolic Iranian nuclear plants.

The sense of imminent crisis has been driven by statements from Israel, not least from Prime Minister Ehud Olmert, who has insisted that 2007 is make-or-break time over Iran’s nuclear programme.

Israel ist sicher nicht die einzige Kraft, die auf eine Konfrontation zusteuert, sondern die US Regierung und auf seine Art auch der Iran steuern nach Kräften das ihre mit dazu bei.

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