Iran goes Euro

Was sich lange angekündigt hatte, wurde heute von Regierungssprecher Gholam Hossein Elham bekannt gegeben:

“The government has ordered the central bank to replace the dollar with the euro to limit the problems of the executive organs in commercial transactions,” government spokesman Gholam Hossein Elham told reporters. (AFP)

Diese Umstellung soll auch für die Auslandsguthaben des Landes gelten. Ölgeschäfte sollen ebenfalls in Dollar abgewickelt werden, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass sich das für alle Transaktionen durchsetzen lassen wird.

“Foreign income sources and oil revenues will be calculated in euros and we will receive them in euros in order to put an end to our dependence on the dollar,” Elham said.

Der iranische Haushalt soll ebenfalls in Zukunft auf Euro Grundlage berechnet werden.

Grund für die Umstellung ist der zunehmende Druck der USA auf das internationale Finanzsystem, keine Dollartransaktionen mit dem Iran mehr durchzuführen. Ein Großteil dieser Transaktionen wird über die Finanzmärkte in den USA abgewickelt. So ist es für Teheran recht schwierig geworden, Zahlungen in Dollar abzuwickeln.

Kommentare

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Kommentar hinzufügen!

  1. von
    Alfred Trankalis
    am
    19. December 2006 um 21:34 Uhr

    Ja, so wird sich die Iran-Krise zuspitzen.
    Aus dem Pentagon wurde außerdem heute bekannt, dass die US Navy einen Flottenaufmarsch im
    Persichen Golf beginnen wird.
    Auf der Webseite “The Oil Depletion Analysis Centre” steht ein Foliensatz
    “Saudi Arabia’s Strategic Energy Initiative”
    Hier wird unter Phase 1 erwähnt, dass Saudi Arabien ab Juni 2007 den gesamten Ölexport vom Iran
    kompensieren kann.
    Im Irak sollen die US Truppen um 40 000 Mann aufgestockt werden.
    Für mich stehen die Zeichen eindeutig auf Krieg. Ich hoffe nur, dass er regional bleibt.
    Für ein Feedback wäre ich dankbar.

  2. von
    Martin Ebbing
    am
    20. December 2006 um 01:49 Uhr

    Lieber Herr Trankalis,

    vielen Dank für Ihren Hinweis. Wie Sie sicher schon gesehen haben, habe ich einen kleinen Eintrag zum möglichen US Aufmarsch am Golf geschrieben.

    Meine etwas flapsige Antwort auf die Frage nach Krieg oder Frieden lautet: “ich bin Journalist, kein Prophet.”

    Die Schwierigkeit bei einer solchen Einschätzung liegt meines Erachtens darin, dass man nicht davon ausgehen kann, dass alle Beteiligten rational handeln. Rational wäre eine militärische Aktion gegen den Iran sowohl höchstgefährlich wie konterproduktiv. Darin ist sich die überwiegende Zahl der Beobachter einig. Aber war es klug, einen Krieg gegen den Irak zu führen? Ist die US Politik im Irak heute im Irak oder auch in Afghanistan rational = effektive Umsetzung eigener nationaler Interessen?

    Ein weiterer Aspekt sind die Möglichkeiten. Im Bericht der Iraq Study Group sind einige Hinweise darauf enthalten, wie sehr das US Engagement im Irak die Handlungsfähigkeit der US Armee einschränkt. Es existieren noch weitere Berichte zu diesem Thema.

    Ich wollte eigentlich an dieser Stelle dazu einen kleinen Beitrag verfassen. Aber Holocaust Konferenz und die Wahlen im Iran haben mich zeitlich sehr in Anspruch genommen, sodass ich auch dieses Weblog ein wenig vernachlässigt habe. Auch für Journalisten hat der Tag nur 24 Stunden.

    Vielleicht hole ich es aber in den kommenden, etwas ruhigeren Tagen nach.

    Best,

    ME

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