Russische Einwände
Das Treffen der P5+1 in der vergangenen Nacht zum Resolutionsentwurf zum Iran endete ohne erkennbare Fortschritte. Die Differenzen zwischen den europäischen Staaten, den USA und China sowie Russland scheinen sicher eher nicht verhärtet zu haben.
Die NYT schreibt, der amerikanische UN Vertreter John Bolton habe wortlos den Versammlungsort verlassen.
John R. Bolton, the American ambassador, left the session hurriedly without making his customary comment. “Gotta go, gotta go,” he said, as he brushed by reporters and entered his limousine.
Der chinesische Botschafter Wang Guangya war dagegen gesprächiger und klang recht pessimistisch.
“The mood is not right for serious discussions,” said Wang Guangya, the ambassador of China, emerging from the meeting of the five permanent members of the Security Council and Germany, whose envoys had gathered at the French Mission.
“Clearly, I think in a number of difficult areas that the differences cannot be bridged,” he said. “So I believe there ought to be more reflections in the capitals, and also I believe that we need to talk to each other.”
Der russische Botschafter gab sich gelassen.
Asked how the session had gone, Vitaly I. Churkin, the Russian ambassador, had a flippant response: “Nothing spectacular. Another day at the office.”
Reuters erhielt eine Kopie des russischen Papier, in dem Moskau seine Einwände gegen den europäischen Resolutionsentwurf formuliert:
The European draft U.N. Security Council resolution, drawn up by Britain, France and Germany, demands nations prevent the sale and supply of equipment, technology and financing contributing to Iran’s nuclear and ballistic missile programs.
Russia instead wants this provision to focus only on “enrichment-related and reprocessing activities,” heavy-water reactors and the development of “nuclear weapon delivery systems.”
And Russia says such sanctions should be determined by national governments rather than be mandatory for all nations.
Opposition auch zum Punkt Reisebeschränkungen und Einfrieren der Auslandsguthaben von Personen, die am iranischen Atomprogramm beteiligt sind.
Russia’s amendments delete the travel ban, the freezing of financial assets and any mention of the Bushehr nuclear power plant Moscow is building for Iran. Churkin maintains Bushehr is not a threat to nuclear proliferation.
Im europäischen Entwurf wird der Bau des Atomkraftwerks in Bushehr von den Sanktionen ausgenommen – nicht aber die Lieferung der Brennstäbe. Russland hat mit Teheran einen Vertrag zur Lieferung dieser Stäbe getroffen, die zur Wiederaufbereitung jeweils nach Russland zurückgeführt werden sollen. Jüngst wurde zwischen beiden Seiten vereinbart, dass die ersten Brennstäbe im März dieses Jahres geliefert werden sollen.
Moskau will, dass auch die Lieferung der Brennstäbe nicht von den Sanktionen blockiert wird.
Zudem:
Russia also wants any sanctions to expire in three months, unless the council adopts another resolution to extend them.
Herr Wang dürfte wohl recht haben. Ohne erneute direkte Diskussionen zwischen den beteiligten Regierungen dürfte eine Einigung wohl sehr schwer fallen.
gepostet am 8. November 2006 um 07:30 von unter Sanktionen, Weltsicherheitsrat. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
Kommentare
Es ist kein Kommentar vorhanden. Kommentar hinzufügen!