Ägypten will über Atomprogramm nachdenken
Ägyptens Präsident Hosni Mubarak will in einem „nationalen Dialog” über die Nutzung von Nuklearenergie nachdenken lassen.
Egyptian President Hosni Mubarak called on Thursday for a national dialogue on using nuclear power as a source of energy, saying it was cheap and clean and could help Egypt manage its energy resources efficiently. (Reuters)
Auf einer dreitägigen Konferenz der National Democratic Party (NDP), der quasi staatlichen Partei Ägyptens, wurde ein entsprechendes energiepolitisches Papier verabschiedet.
“We must take more advantage of new and renewable energy sources, including the peaceful uses of nuclear energy, and I call for a serious dialogue which takes into account the clean and cheap sources of energy available through nuclear technologies,” the president said.
Am vergangenen Dienstag hatte sich bereits Mubaraks Sohn Gamal ebenfalls für ein Atomprogramm ausgesprochen. Ihm wird nachgesagt, er habe Ambitionen, seinem Vater als Präsident nachzufolgen, und habe mit der Rede auf sich aufmerksam machen wollen.
Thomas Pany schreibt heute bei Telepolis:
Zwar wird dieser Satz wie auch der Vorschlag zu einem ägyptischen Kernenergie-Programm zunächst als Rhetorik verstanden, mit der sich Gamal Mubarak ein starkes politisches Profil verschaffen will, das ihn trotz lebhafter Widerstände als Nachfolger seines Vaters qualifizieren könnte, dennoch bleiben beunruhigende Aspekte.
Als da laut Pany wären …
Der Gedanke, dass Iran neben Israel aus “Balance-Gründen” nicht die einzige Atommacht in der MENA(Middle East North Africa)-Region sein dürfe, wird in diesem Zusammenhang öfter geäußert und lenkt den Blick auf atomare Pläne in verschiedenen Ländern.
So soll Algerien an einem Nuklearprojekt arbeiten, über Uran verfügen und stand vor Jahren schon einmal unter stärkerem Verdacht, auch militärisches Nuklearpotential aufzubauen. Von der Türkei wusste die Washington Post im März dieses Jahres, dass man dort daran denke, ein Atomprogramm wieder aufzunehmen, u.a. weil man sich von den Plänen des Nachbarlandes Iran bedroht fühle. Auch über Saudi-Arabien kursieren immer wieder indizienangereicherte Gerüchte, wonach das Königreich mit pakistanischer Hilfe an einem geheimen Atomprogramm arbeiten würde.
Ägypten würde ein Atomprogramm nicht bei Null starten. Es ist Mitglied des Atomwaffensperrvertrages und verfügt über zwei Forschungsreaktoren.
Im letzten Jahr bemängelte die IAEA, dass Kairo nicht alle Forschungsaktivitäten pflichtgemäß gemeldet habe.
gepostet am 21. September 2006 um 17:43 von unter Was wäre wenn?, Arab Staaten. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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